Deutschland, BundeslÀnder

MinisterprĂ€sidenten: Asylverfahren in drei Monaten abschließen

13.10.2023 - 14:59:02

Der Umgang mit Migration ist derzeit ein zentrales Thema in der Politik. Vor einer Diskussion im Kanzleramt haben sich die MinisterprÀsidenten auf eine Beschleunigung der Verfahren geeinigt.

Asylverfahren von Menschen mit geringer Bleibeperspektive sollen nach dem Willen der LĂ€nder kĂŒnftig schneller abgewickelt werden. «Bund und LĂ€nder haben das gemeinsame Ziel, Asylverfahren fĂŒr Angehörige von Staaten, fĂŒr die die Anerkennungsquote weniger als fĂŒnf Prozent betrĂ€gt, zĂŒgiger
als bisher rechtskrĂ€ftig abzuschließen», heißt es in einem Beschluss, auf den sich die MinisterprĂ€sidenten in Frankfurt am Main einigten. ErklĂ€rtes Ziel sei es, das Asylverfahren und das darauf hĂ€ufig folgende Klageverfahren jeweils in drei Monaten abzuschließen. Sofern nötig, wĂŒrden dafĂŒr die personellen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen.

Bei den Asylverfahren ist der Bund in der Pflicht, genauer gesagt das dem Bundesinnenministerium unterstellte Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (BAMF). Die Verwaltungsgerichtsverfahren betreffen die Justizbehörden der LĂ€nder.

Ermöglicht werden solle die Beschleunigung der Asylverfahren durch eine prioritĂ€re Bearbeitung der AntrĂ€ge von Menschen aus Staaten mit einer geringen Anerkennungsquote, erklĂ€rte Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil (SPD). Das sei ein praktischer Schritt, der mehr bewirke als die seit Jahren gefĂŒhrte Debatte darĂŒber, welche weiteren LĂ€nder als sogenannte sichere HerkunftslĂ€nder eingestuft werden sollten.

Rhein warnt vor zu hohen Erwartungen

Der hessische Regierungschef Boris Rhein (CDU) als amtierender Vorsitzender der MinisterprĂ€sidentenkonferenz sagte, man wolle «zu einer Harmonisierung von Sozialleistungsstandards» fĂŒr Asylbewerber und FlĂŒchtlinge innerhalb der EuropĂ€ischen Union kommen. Er warnte hier jedoch unter Verweis auf die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zum Asylbewerberleistungsgesetz vor ĂŒberzogenen Erwartungen.

Die MinisterprĂ€sidenten forderten die Bundesregierung auf, in enger Abstimmung mit den LĂ€ndern «zeitnah die Voraussetzungen zur EinfĂŒhrung einer bundesweit einheitlich Bezahlkarte zu schaffen und dabei die Umsetzbarkeit in den Kommunen sicherzustellen». Die Bundesregierung solle zudem prĂŒfen, ob Abschiebungen unmittelbar aus Einrichtungen des Bundes erfolgen könnten, etwa an grĂ¶ĂŸeren FlughĂ€fen.

Weil betonte, in der Runde habe große Einigkeit geherrscht. Bremen hielt allerdings in einer ProtokollerklĂ€rung zu dem Beschluss fest, man sei gegen «diskriminierende Maßnahmen wie etwa weitere, ĂŒber die gegenwĂ€rtige Rechtslage hinausgehende, Arbeitspflichten oder Bezahlkarten, die keine Bargeldabhebungen ermöglichen». Auch ThĂŒringen war mit einzelnen Punkten nicht einverstanden. Bayern wiederholte die Forderung von MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) nach einer «Integrationsgrenze» bei der Asylzuwanderung und betonte, dafĂŒr seien «RechtsĂ€nderungen auch verfassungsrechtlicher Art» zu prĂŒfen und zu diskutieren.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bestes Bundesland fĂŒr Unternehmen: Sachsen ĂŒberholt Bayern. Doch das hat sich geĂ€ndert. In BundeslĂ€nder-Vergleichen wirtschaftlicher AttraktivitĂ€t lag in der Vergangenheit hĂ€ufig Bayern vorn, der Westen vor dem Osten. (Wirtschaft, 29.01.2026 - 05:00) weiterlesen...

Sozialstaat soll bĂŒrgernĂ€her werden. Im Stillen ĂŒberlegten sich Bund, LĂ€nder und Kommunen ein Konzept. Jetzt sind die Empfehlungen ihrer Kommission da. Gefordert wird ein großer Kraftakt. Union und SPD wollen den Sozialstaat umkrempeln. (Politik, 27.01.2026 - 04:30) weiterlesen...

Kommission fĂŒr kompletten Umbau des Sozialstaats. Im Stillen ĂŒberlegten sich Bund, LĂ€nder und Kommunen ein Konzept. Jetzt sind die Empfehlungen ihrer Kommission da - und die haben es in sich. Union und SPD wollen den Sozialstaat umkrempeln. (Politik, 26.01.2026 - 19:40) weiterlesen...

Kommission empfiehlt Komplettumbau des Sozialstaats. Dann tagte im Stillen erst einmal eine Kommission. Jetzt sind ihre Empfehlungen da - und die haben es in sich. Union und SPD hatte umfassende Reformen des Sozialstaates versprochen. (Politik, 26.01.2026 - 18:44) weiterlesen...

Tödliche SchĂŒsse aus der Dienstwaffe: Mehr Taser fĂŒr Polizei. Warum die GdP mehr Taser fordert und was die Argumente dagegen sind. Die Zahl tödlicher PolizeischĂŒsse ist 2025 gesunken, bleibt aber ĂŒber dem Durchschnitt der Vorjahre - vor allem im SĂŒdwesten. (Unterhaltung, 24.01.2026 - 06:23) weiterlesen...

Kommende Woche Warnstreiks in Unikliniken. Verdi kĂŒndigt fĂŒr Anfang der Woche Aktionen an. Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der LĂ€nder kommt es auch im Gesundheitsbereich zu EinschrĂ€nkungen. (Politik, 22.01.2026 - 13:35) weiterlesen...