Spahn, Tag

Spahn: Schwerer Tag fĂŒr Koalition, aber keine Staatskrise

14.07.2025 - 19:48:00

Der Unionsfraktionschef steht im Zentrum der Kritik nach der abgeblasenen Wahl von Richtern im Parlament. Drei Tage spÀter erklÀrt er sich nun.

Unionsfraktionschef Jens Spahn hat Fehler im Umgang mit der geplatzten Wahl dreier Verfassungsrichter im Bundestag eingerĂ€umt. Zugleich Ă€ußert er in einem Brief an seine Fraktion die Überzeugung, mit dem Koalitionspartner SPD zu einer Lösung zu kommen. Eilbedarf sieht der CDU-Politiker in der Frage nicht. ZunĂ€chst berichtete «Bild» ĂŒber das Schreiben. Es liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor. 

«Der letzte Freitag war fĂŒr die Koalition ein schwerer Tag. Da gibt es nichts
schönzureden», rÀumt Spahn zu Beginn des Briefes ein. «Auch wenn eine vertagte Richterwahl sicher keine Staatskrise ist.»

Die Wahlen zweier neuer Richterinnen und eines Richters fĂŒr Karlsruhe waren am Freitag kurzfristig von der Tagesordnung des Bundestags abgesetzt worden. Der Druck gegen die von der SPD vorgeschlagenen Potsdamer Staatsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf war in der Union zu groß geworden. Die FraktionsfĂŒhrung konnte die mit dem Koalitionspartner verabredete UnterstĂŒtzung nicht mehr garantieren. 

«Notbremse kam zu spÀt»

«Die Dimension der grundlegenden und inhaltlich fundierten Bedenken gegen
eine der Kandidatinnen haben wir unterschĂ€tzt», gestand der Unionsfraktionschef nun ein. «Dass dabei der Eindruck entstehen konnte, ein Plagiatsverdacht wĂ€re unser zentrales Bedenken, hĂ€tte nicht passieren dĂŒrfen.» Spahn schreibt: «Die Notbremse am Freitag kam zu spĂ€t.» Am Freitag sei man nicht mehr in der Lage gewesen, einen Kompromiss mit der SPD zu finden. «Daran haben beide Seiten ihren Anteil.» 

Wie geht es weiter? 

Spahn spricht von vielen GesprĂ€chen intern und mit der SPD und betont: «Ich bin ĂŒberzeugt, dass wir gemeinsam mit der SPD eine Lösung finden werden.» Die Frage der Gemeinsamkeit und des Vertrauens bezeichnet er als zentral.

Nach Informationen des Portals «Politico» und von dpa soll der GeschĂ€ftsfĂŒhrende Fraktionsvorstand am Dienstagnachmittag auch ĂŒber das weitere Vorgehen in Sachen Richterwahl beraten.

Eilbedarf sieht der CDU-Politiker nicht. «Das Bundesverfassungsgericht ist voll arbeitsfĂ€hig. Es besteht keine Dringlichkeit», schreibt Spahn. Die Wahl von Verfassungsrichtern erfordere eine Zwei-Drittel-Mehrheit in geheimer Wahl. «Solche demokratischen Prozesse brauchen manchmal lĂ€nger als geplant. Wir werden uns in der Koalition die Zeit nehmen, die fĂŒr eine gute Lösung notwendig ist.»

@ dpa.de