VKU, FernwÀrme-Ausbausziel

VKU zweifelt an FernwÀrme-Ausbausziel der Bundesregierung

20.09.2024 - 08:22:21

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hĂ€lt die Ausbauziele der Bundesregierung fĂŒr FernwĂ€rme fĂŒr derzeit nicht erreichbar.

"Die Bundesregierung will jĂ€hrlich 100.000 GebĂ€ude neu an die FernwĂ€rme anschließen", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ingbert Liebing den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Das ist schon ambitioniert, wenn alles stimmt. Unter den jetzigen Rahmenbedingungen ist es ausgeschlossen." Liebing argumentiert, dass der Ausbau der WĂ€rmenetze mit dem Ziel konkurriere, den Anteil erneuerbarer Energie in den Netzen zu erhöhen.

"Bis 2030 sollen die Betreiber 30 Prozent Erneuerbare Energie und unvermeidbare AbwĂ€rme in den Netzen haben, und das erledigen sie auch", sagte er. "Aber im Moment gibt es dafĂŒr nur einmalig knapp 3,6 Milliarden Euro im KTF bis 2035 - obwohl wir 3,5 Milliarden jĂ€hrlich brĂ€uchten." Der EE-Anteil sei Pflicht, dessen Umsetzung habe also Vorrang vor dem Ausbau. "Und das geht zulasten des Ausbaus", sagte Liebing weiter. "Wenn beides gehen soll, wie die Bundesregierung das will, dann braucht es mehr Förderung." Der VKU begrĂŒĂŸt die VorschlĂ€ge zur Novelle der Verordnung ĂŒber Allgemeine Bedingungen fĂŒr die Versorgung mit FernwĂ€rme, die im Oktober das Kabinett passieren soll. "Wir sehen den Änderungsbedarf bei den Preisanpassungsklauseln, die Arbeit mit Indizes funktioniert nicht mehr in allen FĂ€llen", sagte Liebing weiter. Die EinfĂŒhrung einer Preisaufsicht, wie sie VerbraucherschĂŒtzer fordern, ist dagegen nach seiner EinschĂ€tzung nicht sinnvoll. "Wenn das kĂ€me, könnten die Unternehmen nicht mehr sicher kalkulieren, Banken wĂŒrden nicht finanzieren und dann wird auch nicht mehr investiert." Stattdessen mĂŒsse es grundsĂ€tzlich möglich sein, Investitionen auch leichter auf die Preise umzulegen.

@ dts-nachrichtenagentur.de