EVP-Chef, Weber

EVP-Chef Weber wirbt fĂŒr europĂ€ischen Nuklearschirm

12.12.2023 - 01:00:00

Der Vorsitzende der EuropĂ€ischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber (CSU), hat sich fĂŒr eine atomare Abschreckung der EuropĂ€ischen Union ausgesprochen.

"Die europĂ€ischen Staaten mĂŒssen schnellstmöglich selbst verteidigungsfĂ€hig werden", sagte der CSU-Vizevorsitzende den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). "DafĂŒr mĂŒssen wir deutlich mehr in die VerteidigungsfĂ€higkeit investieren und unsere KapazitĂ€ten in Europa bĂŒndeln. Letztlich braucht die EU dauerhaft eine nukleare Abschreckung - innerhalb und ergĂ€nzend zur Nato."

DafĂŒr seien keine neuen Atomwaffen nötig, "aber Deutschland und andere EU-Staaten mĂŒssen endlich das französische Angebot annehmen und ĂŒber einen möglichen Schutz durch den französischen Nuklearschirm sprechen". Durch den russischen Überfall auf die Ukraine sei die gesamte Sicherheitsarchitektur in Europa verĂ€ndert und gefĂ€hrdet, warnte Weber, der die EVP-Fraktion im EuropĂ€ischen Parlament fĂŒhrt. "Die RealitĂ€t ist, dass Krieg in Europa herrscht und Putin-Russland weiter aufrĂŒstet. Dies bedroht die europĂ€ischen Staaten unmittelbar und fordert sie fundamental heraus." Europa sei heute nur im Nato-Verbund und dank des starken US-Engagements verteidigungsfĂ€hig. "Dies gilt im Extremfall besonders fĂŒr die nukleare Abschreckung", sagte Weber. "Wir setzen auf ein enges Miteinander mit den USA in der Nato, mĂŒssen uns aber auch fĂŒr andere Szenarien nach der nĂ€chsten US-PrĂ€sidentschaftswahl vorbereiten." Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann betonte dagegen: "Die EU benötigt keine eigenen Atomwaffen - sie hat ja nicht einmal eigene StreitkrĂ€fte." Die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses sagte den Funke-Zeitungen, was die EuropĂ€ische Union angesichts der sicherheitspolitischen Herausforderungen dringend benötige, sei eine gemeinsame abgestimmte Verteidigungspolitik. "Dazu bedarf eines EU-Verteidigungskommissars, der zukĂŒnftig eine koordinierte Zusammenarbeit und auch eine gemeinsame Beschaffung organisiert."

@ dts-nachrichtenagentur.de