Weber, Polizisten

Weber will inlĂ€ndische Polizisten an EU-Außengrenzen verlegen

19.07.2025 - 11:00:00

Der Vorsitzende der EuropĂ€ischen Volkspartei und stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber hat sich fĂŒr eine Entsendung inlĂ€ndischer Polizisten an die EU-Außengrenzen ausgesprochen.

"Wenn wir beispielsweise alle Beamten, die derzeit innereuropĂ€isch Grenzen sichern, an die Außengrenze senden wĂŒrden, dann wĂ€re das wuchtig", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Gelingt uns dieser gesamteuropĂ€ische Ansatz, können wir die Polizeikontrollen an den innereuropĂ€ischen Grenzen wieder schrittweise zurĂŒckfahren." Man bekomme "illegale Migration" langfristig nur europĂ€isch in den Griff, so Weber.

"Wir mĂŒssen nationale AnsĂ€tze in eine gemeinsame europĂ€ische Lösung ĂŒberfĂŒhren. Das beginnt mit dem Migrationspakt. Damit werden Modelle wie die DurchfĂŒhrung von Asylverfahren in Drittstaaten - etwa nach dem Vorbild Albanien - möglich." Der CSU-Politiker pochte darauf, dass die einheitlichen Asylverfahren in ganz Europa rasch umgesetzt werden. "Dank eines Mittelmeerpaktes werden wir in enger Kooperation mit den Staaten im Mittelmeerraum den Schlepperbanden das Handwerk legen. Und irregulĂ€re Migration beginnt stets an unseren Außengrenzen, daher mĂŒssen wir gerade dort entschlossen gegensteuern - durch einen massiven Ausbau von Frontex auf mindestens 30.000 EinsatzkrĂ€fte, darunter auch hochqualifiziertes Personal aus Deutschland." Zur Frage, wie lange Deutschland noch Asylsuchende an seinen Grenzen zurĂŒckweisen wird, denken Politiker der CDU in sehr langen ZeitrĂ€umen. Der innenpolitische Sprecher der brandenburgischen CDU-Fraktion Rainer Genilke sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", er befĂŒrworte auch dann noch ZurĂŒckweisungen, wenn das Gemeinsame EuropĂ€ische Asylsystem (GEAS) ab Sommer 2026 greift. "Ich bezweifle, dass mit einer EinfĂŒhrung von GEAS plötzlich alles okay ist", so Genilke. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Alexander Throm, machte ein Ende der ZurĂŒckweisungen von einem funktionierenden Außengrenzschutz abhĂ€ngig. "Solange brauchen wir auch ZurĂŒckweisungen, auf unabsehbare Zeit", erklĂ€rte er. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) Ă€ußerte sich noch weitergehender. "Das neue GEAS ist ein erster kleiner Schritt. Der wird bei Weitem nicht reichen, um wirkungsgleich Grenzkontrollen zu ersetzen." Die Menschen wollten "in ihrem realen Leben die Wirkung einer deutlich reduzierten irregulĂ€ren Migration spĂŒren, ob im Schwimmbad, in der Kita oder in der Schulklasse", sagte Schuster. "DafĂŒr braucht Deutschland mehrere Jahre eine sehr deutliche Reduzierung des Zugangs unter 100.000." Damit bringt Schuster die Idee einer Asyl-Obergrenze wieder in die politische Debatte ein. In BrĂŒssel hingegen wird erwartet, dass die Bundesrepublik die ZurĂŒckweisungen von Asylsuchenden spĂ€testens mit EinfĂŒhrung von GEAS im Juni 2026 beendet. Die Begriffe "illegalen Migration", "irregulĂ€re Migration" und "undokumentierte Migration" werden hĂ€ufig synonym verwendet. Der Großteil der Asylsuchenden, die nach Deutschland kommen, gilt zunĂ€chst als "illegal eingereist", da AsylantrĂ€ge nicht vor der Einreise gestellt werden können. In Deutschland können sie allerdings das Grundrecht auf Asyl oder die Garantien der Genfer FlĂŒchtlingskonvention wahrnehmen und legal ein Asylgesuch stellen. Werden die AntrĂ€ge genehmigt, gelten die FlĂŒchtlinge als regulĂ€r aufhĂ€ltig.

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