Frankreich

Van Aken warnt vor französischen VerhÀltnissen in Deutschland

09.09.2025 - 10:24:34 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Vorsitzende der Linken, Jan van Aken, warnt mit Blick auf die Regierungskrise in Paris vor französischen VerhÀltnissen in Deutschland.

Jan van Aken (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Jan van Aken (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Wenn ich die Axt an den Sozialstaat lege, dann ist das Land unregierbar", sagte er den Sendern RTL und ntv. "Wenn die Deutschen die gleichen Fehler machen wie in Frankreich. Wenn ich die kleinen Leute kaputtspare, dann regt sich Widerstand."

Die Rechtsextremen wĂŒrden immer stĂ€rker, die Regierung zerfalle gerade. "Deswegen sagen wir hier in Deutschland, wir brauchen unbedingt Sozialreformen, aber völlig anders, als Friedrich Merz das möchte." Angesprochen auf die Schuldenbremse, die in Frankreich fehlt und die die Linke in Deutschland abschaffen möchte, sagte van Aken: "Ja, Schuldenbremse abschaffen. Aber wissen Sie, was noch viel wichtiger ist? Man muss sich erst mal das Geld bei denen holen, die viel zu viel davon haben. Also wir haben ja so viele MilliardĂ€re in Deutschland, die werden mit Steuern fast ĂŒberhaupt nicht belastet im Vergleich zu uns, die den ganzen Tag arbeiten." Der Vorsitzende des AuswĂ€rtigen Ausschusses des Bundestags, Armin Laschet (CDU), sieht die Regierungskrise in Frankreich derweil als Signal. "Das sollte uns eine Warnung sein, was in Frankreich passiert, wenn man Reformen verschleppt", sagte er den Sendern RTL und ntv. Auf die Frage, ob die Probleme Frankreichs auch Deutschland bevorstehen, sagte Laschet: "So ist es. Und deshalb kommt es jetzt wirklich darauf an, dass die Reformen rechtzeitig gemacht werden." Angesprochen auf die drohende Herabstufung der BonitĂ€t Frankreichs und die Frage, ob aus der Krise in Frankreich eine Krise des gesamten Euroraums werden könne, sagte der CDU-Außenpolitiker: "Frankreich ist nun ein besonderes Land natĂŒrlich im Euroraum. Darauf werden die MĂ€rkte natĂŒrlich auch achten, auch darauf reagieren." Es sei ein anderer Fall als Griechenland, aber in der Tat, wenn die BonitĂ€t herabgestuft werde, mache es das fĂŒr die nĂ€chste Regierung noch einmal schwieriger, auf den internationalen MĂ€rkten Kredite zu bekommen. "Und deshalb muss man jetzt alles tun, dass der Euroraum stabilisiert wird, und kann Frankreich eigentlich nur wĂŒnschen, dass sie sehr bald eine handlungsfĂ€hige Regierung wieder haben."

de | politik | 68168055 |