Parteien

Linksfraktionschef nennt CDU-Umgang mit AfD brandgefÀhrlich

20.10.2025 - 00:00:00

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sören Pellmann, hat Forderungen nach einer AnnĂ€herung der CDU an die AfD sowie jĂŒngste Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz und Unionsfraktionschef Jens Spahn vehement kritisiert.

"Es hilft nichts, die Brandmauer aufrechterhalten zu wollen, aber mit der gleichen menschenverachtenden Rhetorik wie die AfD zu arbeiten und damit das Land und die Gesellschaft zu spalten", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Montagausgaben) mit Blick auf die Darstellung von Merz, wonach Migranten ein Problem "im Stadtbild" seien. Pellmann warnte: "Mit dieser Strategie wird die AfD nicht geschwÀcht, sondern die Politik der AfD wird Teil der CDU. Das ist brandgefÀhrlich."

Spahn hatte Merz` Äußerung verteidigt. Auch ThĂŒringens Innenminister Georg Maier (SPD) rief die CDU zur Abkehr von einer möglichen AnnĂ€herung an die AfD auf und kritisierte Merz dabei scharf. "Der CDU ist der Kompass abhandengekommen. Es mangelt an Orientierung und FĂŒhrung", sagte er dem RND. "Merz lĂ€sst sich vor der Bundestagswahl dazu hinreißen, Mehrheiten mit der AfD zu suchen. Jetzt versucht er, die von CDU-Expolitikern angezettelte Brandmauerdebatte mit Ansagen zur Abgrenzung zur AfD wieder einzudĂ€mmen, hantiert aber gleichzeitig mit deren Narrativen - Stichwort: Stadtbild." Maier fuhr fort: "Die AfD ist eine Partei, die das Erbe von Konrad Adenauer und Helmut Kohl mit FĂŒĂŸen tritt. Sie will die EU und damit das wichtigste und erfolgreichste Friedensprojekt in Europa zerstören. Wann erkennt die CDU endlich, dass die AfD keine konservative oder gar bĂŒrgerliche Partei ist? Die AfD will einen autoritĂ€ren Staat mit national-völkischer PrĂ€gung errichten." Adenauer habe 1952 nicht gezögert, dem wiederaufkeimenden Rechtsextremismus in der Bundesrepublik mit dem Verbot der Sozialistischen Reichspartei zu begegnen, sagte der SPD-Politiker, der fĂŒr ein AfD-Verbotsverfahren eintritt. "Das waren die Lehren aus 1933. Ich hoffe, die CDU besinnt sich auf diese Strategie zum Schutz unserer Demokratie." Die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach von der Freien UniversitĂ€t Berlin riet der CDU von einer AnnĂ€herung an die AfD ebenfalls dringend ab. "Ich hielte eine AnnĂ€herung der CDU an die AfD fĂŒr gefĂ€hrlich", sagte sie dem RND. "Denn die international vergleichende Forschung zeigt sehr deutlich, dass solche AnnĂ€herungen den Mitte-Rechts- Parteien schaden und sie schwĂ€chen. In LĂ€ndern, in denen das praktiziert wurde, wurden die extrem rechten Parteien gestĂ€rkt. Sie konnten teilweise sogar Regierungen anfĂŒhren oder Alleinregierungen stellen." Die AfD wolle nicht kooperieren. Sie wolle die CDU verdrĂ€ngen.

@ dts-nachrichtenagentur.de