DDR-Opferverband, Anerkennung

DDR-Opferverband verlangt erleichterte Anerkennung von HaftschÀden

21.03.2024 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Vorsitzende der Union der OpferverbÀnde Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, hat eine effektivere EntschÀdigung von Menschen verlangt, die aufgrund politischer Verfolgung in der DDR gesundheitliche SchÀden erlitten haben.

Zellentrakt im Stasi-GefĂ€ngnis Hohenschönhausen (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Es gibt praktisch keine OpferentschĂ€digung fĂŒr gesundheitliche FolgeschĂ€den von politischer Haft in der DDR", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgabe). "Die AntrĂ€ge werden alle abgelehnt. Denn es wird immer verlangt, einen kausalen Zusammenhang herzustellen", so Dombrowski.

"Das ist aber oft gar nicht möglich. Deshalb fordern wir, die Beweislast umzukehren - wie es bei Soldaten der Fall ist." Die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, Evelyn Zupke, sagte dem RND, die Anerkennung von verfolgungsbedingten GesundheitsschĂ€den sei "ganz eng verknĂŒpft mit der Frage, wie wir heute mit den Menschen umgehen, die mit ihrem widerstĂ€ndigen Verhalten einen ganz wesentlichen Beitrag zu unserer Freiheit und der deutschen Einheit geleistet haben". Im JubilĂ€umsjahr von Friedlicher Revolution und Mauerfall "ist die WĂŒrdigung der Opfer und eine konkrete Verbesserung ihrer Situation fĂŒr mich genau das richtige Signal", so die SED-Opferbeauftragte. Zupke hatte in der vorigen Woche einen Sonderbericht zur Verbesserung der Anerkennung von GesundheitsschĂ€den von SED-Opfern vorgelegt und dabei unter anderem auf aktuelle Forschungsergebnisse verwiesen, wonach zum Beispiel rund 60 Prozent der weiblichen ehemaligen politischen Gefangenen heute unter einer Angststörung litten und dieser Wert fĂŒnfzehn Mal höher liege als in der Normalbevölkerung. Beim Vorliegen des Nachweises der erlebten Repression, wie beispielsweise politischer Haft, und dem Vorliegen definierter Krankheitsbilder, wie etwa einer Angststörung, solle deshalb kĂŒnftig grundsĂ€tzlich ein Zusammenhang vermutet werden.

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