Roth, Söders

Roth kritisiert Söders Nebenaußenpolitik in China

31.03.2024 - 12:00:00

Der Vorsitzende des AuswĂ€rtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), wirft dem bayerischen MinisterprĂ€sidenten Markus Söder (CSU) NaivitĂ€t im Umgang mit der kommunistischen FĂŒhrung Chinas und eine BeschĂ€digung der deutschen und europĂ€ischen Außenpolitik vor.

"Markus Söder ist nicht der erste Landespolitiker, der eine Nebenaußenpolitik zu betreiben versucht", sagte Roth dem "Tagesspiegel" (Online-Ausgabe). "Aber selten ist jemand so krachend gescheitert wie er". Er schade Bayern und seiner CSU.

Söder hatte bei seinen GesprĂ€chen in China eine "Augenhöhe" diagnostiziert und gesagt, er betreibe "Realpolitik statt Moralpolitik". China verwehre europĂ€ischen, deutschen und bayerischen Unternehmen exakt die Rahmenbedingungen, die die Diktatur fĂŒr ihre eigenen Staatskonzerne bei ihrem weltweiten Expansionsdrang einfordere, sagte Roth: "Von Partnerschaft auf Augenhöhe ist da nirgendwo etwas zu sehen oder zu spĂŒren. Markus Söder konterkariert damit nicht nur die Außenpolitik von Deutschland und der EU. Er gibt sein stolzes Land der LĂ€cherlichkeit preis. Der bayerische MinisterprĂ€sident macht sich zum willigen GefĂ€hrten von Autokraten und zum Gespött von politischen Profis. Cui bono? Schlicht niemandem." Roth verglich Söder in China mit dem einstigen bayerischen "MĂ€rchenkönig" Ludwig II. In China habe Söder einen "GrĂ¶ĂŸenwahn ganz im Stile von Ludwig II." gezeigt, sagte der SPD-Politiker: "Keck behauptet der bayerische Regionalpolitiker, zwischen dem Freistaat und dem kommunistischen Regime China gebe es eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Wenn es nicht so traurig wĂ€re, mĂŒsste man lachen", sagte Roth. Söder ignoriere vollkommen, dass dem "ĂŒberfĂ€lligen Strategie- und Politikwechsel Deutschlands und der EU im Umgang mit China" ein dramatischer Strategie- und Politikwechsel in Peking vorausgegangen sei. Roth attackierte Söder außerdem fĂŒr seinen jĂŒngsten Besuch beim serbischen PrĂ€sidenten Aleksandar Vucic, von dem er Mitte MĂ€rz in Belgrad empfangen worden war. "So als hĂ€tte es gerade die von schweren Betrugsskandalen erschĂŒtterten Wahlen in Serbien nicht gegeben, lĂ€sst er sich von Vucic zu einer peinlichen Staatsvisite verfĂŒhren." Diese habe nichts anderes zum Ziel gehabt, als dem serbischen PrĂ€sidenten und seiner Partei die Ehrerbietung anzudienen, die ihm "eine wachsende Zahl von Demokraten" in Europa lĂ€ngst verweigere, sagte Roth: "Klare Worte Söders zu eklatanten Verletzungen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit? UnmissverstĂ€ndliche Kritik am serbischen Schmusekurs mit dem Kreml? Fehlanzeige."

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