Kritik an Lauterbachs 'Gesundes-Herz-Gesetz'
08.07.2024 - 05:54:08"Mehr Medikamente und Check-ups schon fĂŒr Kinder sind Aktionismus, aber keine Strategie, die Zivilisationserkrankung in den Griff zu bekommen", sagte Hecken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Lauterbachs Entwurf fĂŒr ein "Gesundes-Herz-Gesetz" sieht vor, dass sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene kĂŒnftig regelmĂ€Ăig Herzuntersuchungen unterziehen sollen, um etwa Fettstoffwechsel-Störungen zu erkennen und vorzubeugen. Die Untersuchungen bereits im Kindes- und Jugendalter sollen frĂŒhzeitig Hinweise darauf geben, ob erbliche GrĂŒnde fĂŒr Fettstoffwechsel-Störungen vorliegen. Auch Medikamente zur Rauchentwöhnung und zum Senken des Cholesterinspiegels sollen öfter verschrieben werden können.
Cholesterinsenker "keine Pfefferminzbonbons"
Aus Sicht von Hecken zielen die PlĂ€ne in die falsche Richtung: "Statt sich dafĂŒr einzusetzen, dass sich Kinder gesund und ausgewogen ernĂ€hren und es AufklĂ€rungskampagnen zu einer gesunden Lebensweise gibt, sollen Arzneimittel verordnet werden", beklagt er. Die von Lauterbach prĂ€ferierten Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels seien keine "Pfefferminzbonbons aus dem Supermarkt", sondern Medikamente mit vielen Wechsel- und Nebenwirkungen. Sie verursachten beispielsweise Muskelschmerzen, LeberschĂ€den oder Diabetes.
Hecken sagte, bei einem solchen Vorgehen beginne die lebenslange Medikation kĂŒnftig schon im Teenageralter. "Die Herangehensweise, schon bei Kindern dauerhaft auf die Gabe von Arzneimitteln zu setzen, muss doch die absolute Ausnahme bleiben, wenn aus medizinischen GrĂŒnden nichts anderes geht."
Rund 350.000 TodesfÀlle pro Jahr
Finanziert werden sollen die Leistungen laut Gesetzentwurf von den Krankenkassen. Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Entscheidungsgremium fĂŒr Leistungen der Krankenkassen im Gesundheitswesen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die fĂŒhrende Todesursache in Deutschland und verursachen nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa 40 Prozent aller SterbefĂ€lle, rund 350.000 pro Jahr. Das Gesundheitsministerium begrĂŒndet die Notwendigkeit des Gesetzes unter anderem mit der im Vergleich zu anderen westeuropĂ€ischen LĂ€ndern geringeren Lebenserwartung und zugleich einem Defizit bei PrĂ€vention und FrĂŒherkennung.

