Gesundheit, Gassen

Gassen will Einbindung von Praxen in Krankenhausreform

15.07.2023 - 01:07:08

Der Vorstandsvorsitzende der KassenÀrztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat vor einem Scheitern der Krankenhausreform gewarnt, falls die Bund-LÀnder-PlÀne nicht substanziell nachgebessert werden.

"Wenn die Ambulantisierung durch Einbindung der Praxen nicht gestĂ€rkt wird und die Auswahl der richtigen Kliniken nicht klug und strategisch koordiniert wird, dann wird diese Reform scheitern", sagte Gassen der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Samstagausgabe). In Deutschland gebe es weiterhin "absurd viele" stationĂ€re Eingriffe, "deswegen ist es höchst Ă€rgerlich und absolut unverstĂ€ndlich, dass die Krankenkassen bei der Ambulantisierung mauern", sagte Gassen.

"Noch immer werden viel zu viele Behandlungen stationĂ€r erbracht und Versichertengelder verschleudert." Es sei auch keine Lösung, HĂ€usern, die keine relevanten Patientenzahlen mehr versorgen, Vorhaltekosten zu erstatten "fĂŒr Betten, die niemand braucht", sagte der KassenĂ€rztechef. Auch da mĂŒsse bei den ReformplĂ€nen "erheblich" nachgebessert werden. "Was Karl Lauterbach jetzt mit den LĂ€ndern vereinbart hat beziehungsweise die LĂ€nder durchgesetzt haben, erscheint allenfalls als ein erster Aufschlag. Es war dem Minister offenkundig wichtig, das Thema medial erst einmal abzurĂ€umen. Die eigentliche Arbeit steht noch aus." Der KBV-Chef forderte, HĂ€user mit 40, 50 oder 100 Betten und geringer Auslastung "sollten geschlossen oder da, wo es sinnvoll ist, in Gesundheitszentren umgewandelt werden". Dort können Praxen angesiedelt werden, die nicht jeden Tag von frĂŒh bis spĂ€t besetzt sind, wo aber an festgelegten Tagen HausĂ€rzte und FachĂ€rzte Patienten versorgen. "Eine Kleinkrankenhausstruktur mit hohen Verwaltungskosten, schlechter Personalausstattung und stark limitiertem medizinischen Leistungsspektrum braucht man aber nicht", sagte Gassen. Eine echte Strukturreform wĂŒrde hingegen die Versorgung und die Arbeitszufriedenheit verbessern und kĂ€me allen, insbesondere auch den Menschen in der Region, zugute. "Denn so, wie es ist, ist die Arbeitsbelastung vielerorts dramatisch und die Unzufriedenheit des Ă€rztlichen und pflegerischen Personals hoch", sagte der KBV-Chef.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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