Wehrbeauftragter Otte fordert Kurswechsel bei AuslandseinsÀtzen
06.02.2026 - 08:24:14Otte fordert eine Neubewertung einzelner Mandate und nennt dabei auch den SĂŒdsudan. "Wir mĂŒssen vielleicht ĂŒberlegen, wie wir eine strategische PrĂ€senz erfĂŒllen, ohne immer gleich die Heimatarmee dort vor Ort ausbilden zu mĂŒssen", sagte er. Entscheidend sei "eine AbwĂ€gung" - "kein Automatismus".
Mit Blick auf den Irak-Einsatz, dessen Mandat der Bundestag erst vergangene Woche verlĂ€ngert hatte, nun aber wegen der Lage im Iran Truppen evakuiert werden, sagt Otte: "Nein, ich kritisiere die Entscheidung des Deutschen Bundestags nicht", es "mutet schon zum Nachdenken an", wenn kurz darauf erklĂ€rt werde: Diesen Auftrag könne man so nicht erfĂŒllen.
Beim neuen Wehrdienst warnt Otte vor Zeitdruck. "Ja, das Gesetz ist beschlossen. Aber die Voraussetzungen werden jetzt erst aufgebaut", sagte er - Musterungsstrukturen mĂŒssten erst entstehen. Und: Wenn Ende 2026 klar werde, "dass der Aufwuchs zum Aufbau auch der Stammtruppe nicht ausreicht, dann muss die Debatte nochmal geöffnet werden".
FĂŒr eine mögliche Friedenssicherung in der Ukraine mahnt Otte ZurĂŒckhaltung bei Zusagen an: "Deutschland muss und wird auch einen Beitrag leisten", aber "eine vorschnelle Zusicherung, vielleicht sogar mit ganz konkreten Zahlen, wĂŒrde andere davon befreien, ihren Beitrag zu leisten".
Zugleich fordert Otte mehr zivile Vorsorge: "Wir brauchen einen militÀrischen Operationsplan, wie auch einen zivilen Operationsplan", sagte er - und appellierte nach einem GesprÀch mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), die Gesamtverteidigung als "gesamtstaatliche Aufgabe" zu behandeln.


