Schnitzer: Deutschland braucht 1,5 Millionen Zuwanderer
03.07.2023 - 09:10:28 | dpa.de
Die «Wirtschaftsweise» Monika Schnitzer hat als MaĂnahme gegen den FachkrĂ€ftemangel mehr Zuwanderung vorgeschlagen. «Deutschland braucht 1,5 Millionen Zuwanderer im Jahr, wenn wir abzĂŒglich der betrĂ€chtlichen Abwanderung jedes Jahr 400.000 neue BĂŒrger haben und so die Zahl der ArbeitskrĂ€fte halten wollen», sagte sie der «SĂŒddeutschen Zeitung». «Wir brauchen dringend eine Willkommenskultur. Wenn Intel eine Fabrik in Magdeburg baut und dafĂŒr auch auslĂ€ndische FachkrĂ€fte gewinnen will, mĂŒssen die sich dort willkommen fĂŒhlen.»
Das neue FachkrĂ€ftegesetz gehe in die richtige Richtung, sagte die Vorsitzende des SachverstĂ€ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Allerdings brauche es noch mehr, etwa AuslĂ€nderĂ€mter, die Einwanderer nicht abschreckten, sondern Service böten. «Wir sollten nicht fĂŒr jeden Job fordern, dass die auslĂ€ndischen FachkrĂ€fte Deutsch können. Sondern dafĂŒr sorgen, dass die Mitarbeiter der AuslĂ€nderbehörde Englisch können», sagte Schnitzer der Zeitung.
Die Ampel-Koalition hatte vor eineinhalb Wochen mit ihrer Mehrheit das FachkrĂ€fteeinwanderungsgesetz durch den Bundestag gebracht. Neu ist unter anderem die sogenannte Chancenkarte auf Basis eines Punktesystems. Zu den Kriterien, fĂŒr die es Punkte gibt, gehören Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Alter und Deutschlandbezug. IT-FachkrĂ€fte sollen kĂŒnftig auch ohne Hochschulabschluss kommen dĂŒrfen, sofern sie bestimmte Qualifikationen nachweisen können.
Der SachverstĂ€ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berĂ€t die Politik. Die fĂŒnf Frauen und MĂ€nner in dem Gremium werden umgangssprachlich als «Wirtschaftsweise» bezeichnet.
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