Verband, Deutschland

Verband: Deutschland kann sich nicht vor feindlichen Drohnen schĂŒtzen

16.07.2025 - 05:42:08

Deutschland ist nach EinschĂ€tzung der heimischen Luft- und Raumfahrtindustrie nicht in der Lage, die eigene Infrastruktur effektiv vor feindlichen Drohnen zu schĂŒtzen.

Es fehle an technologischen Lösungen ebenso wie an einem passenden rechtlichen Rahmen, schreibt der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) in einem Brandbrief an die Bundesregierung.

Die Zusammenarbeit der verschiedenen zustĂ€ndigen Institutionen zur Drohnenabwehr sei unzureichend und komplex, meint der Verband. So sei es ĂŒber Wochen nicht gelungen, illegale Drohnen-ÜberflĂŒge am MilitĂ€rflughafen Manching aufzuklĂ€ren oder gar zu unterbinden. "Dass feindliche Spionagedrohnen oftmals die Polizei-Flugsysteme abhĂ€ngen, entspricht doch nicht unserem SelbstverstĂ€ndnis als wehrhafter Rechtsstaat", sagt dazu BDLI-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Marie-Christine von Hahn. Sie fordert eine engere Zusammenarbeit der Behörden sowie staatliche UnterstĂŒtzung bei der Entwicklung neuer Abwehrtechnologien.

Nachholbedarf sehen die Unternehmen zudem bei der Entwicklung kooperativer Kampfdrohnen (CCA), die in den USA bereits weit fortgeschritten seien und demnĂ€chst bei den StreitkrĂ€ften eingefĂŒhrt werden. Diese Flugsysteme mĂŒssten auch im Ausland beschafft werden, um Deutschland schnell kriegstĂŒchtig zu machen. Die heimische Industrie will aber in den Prozess eingebunden werden, ihre eigenstĂ€ndige Forschung behalten und mindestens Teile selbst produzieren. Dazu seien Nato-Standards und Industrieförderung notwendig.

Kurzfristig brauche die Bundeswehr moderne taktische Drohnensysteme fĂŒr die im Aufbau befindliche Brigade in Litauen, die 2027 vollstĂ€ndig einsatzbereit sein soll. "Zum Schutz dieser 4.800 Soldatinnen und Soldaten sowie 200 ZivilbeschĂ€ftigten benötigt die Bundeswehr dringend einen modernen, drohnengestĂŒtzten AufklĂ€rungs- und Wirkungsverbund", schreibt der Verband mit dem ausdrĂŒcklichen Hinweis auf den massenhaften Einsatz von Drohnen im Ukraine-Krieg.

Bei der Integration ziviler Drohnen in den Luftraum sieht der Industrieverband einen Flickenteppich unterschiedlicher Genehmigungsverfahren in den LĂ€ndern der EU. Um Drohnen erfolgreich wirtschaftlich zu nutzen, brauche es einheitliche Verfahren und technologiegetriebene Verbesserungen der Infrastruktur.

@ dpa.de