ROUNDUP, Deutschland

Deutschland hilft der Ukraine beim Raketenbau

28.05.2025 - 14:42:45 | dpa.de

Deutschland sagt der von Russland angegriffenen Ukraine eine gemeinsame Produktion von weitreichenden Raketen zu.

Das teilte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin mit. Die Verteidigungsminister beider Länder, Boris Pistorius und Rustem Umjerow, sollten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen.

"Wir wollen weitreichende Waffen ermöglichen. Wir wollen auch gemeinsame Produktion ermöglichen", sagte Merz. "Wir werden vor allem darum bemüht sein, die ukrainische Armee mit allen Möglichkeiten auszustatten, (...) das Land erfolgreich zu verteidigen", sagte der Kanzler. Über die bislang von der Ukraine gewünschte Lieferung des deutschen Marschflugkörpers Taurus sprach Merz nicht.

Merz: Jetzt wirklich Konsequenzen

Selenskyj sagte, es gehe um die Finanzierung bereits bestehender Projekte in der Ukraine. Merz erläuterte, es werde eine Zusammenarbeit auch auf industrieller Ebene sein, die sowohl in der Ukraine als auch in Deutschland stattfinden könne. Weitere Details werde man bis auf Weiteres nicht nennen. Merz sagte: "Aber gehen Sie davon aus, dass die Weigerung der russischen Seite, Gespräche zu führen, die Weigerung einen Waffenstillstand einzuhalten, jetzt wirklich Konsequenzen hat."

In den mehr als drei Jahren Krieg fehlen der Ukraine bislang Waffen mit großer Reichweite und hoher Sprengkraft, um auch weit hinter der Front russische Militärziele und Versorgungswege anzugreifen. Zwar lieferten Großbritannien und Frankreich ihre Marschflugkörper Storm Shadow/Scalp, später steuerten die USA auch Artillerieraketen vom Typ ATACMS bei. Doch die Stückzahlen waren gering, und es gab Beschränkungen für ihren Einsatz, die später gelockert wurden. Inzwischen baut die Ukraine notgedrungen ihre eigenen Raketenkapazitäten aus.

Anti-Schiffs-Rakete Neptun versenkte Kreuzer "Moskwa"

Die ukrainische Waffe mit der größten Zerstörungskraft ist bislang die Anti-Schiffs-Rakete R-360 Neptun, mit der 2022 der russische Kreuzer "Moskwa" im Schwarzen Meer versenkt wurde. Selenskyj sagte in diesem März, dass die Weiterentwicklung Neptun-MD 1000 Kilometer Reichweite habe.

Nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium von 2024 gibt es eine Serienfertigung. Der Marschflugkörper wird mittlerweile auch gegen Ziele an Land eingesetzt. Im März traf eine Neptun die Raffinerie in der russischen Stadt Tuapse am Schwarzen Meer.

Weiter verfügt die Ukraine über die eigene Rakete Hrim-2 (dt: Donner-2). Mit einer erweiterten Reichweite von 450 Kilometern fliegt sie etwas weniger weit als der Taurus. Die Rakete Korschun und andere Waffen verschiedener Reichweiten sind in der Entwicklung. In schnellen technologischen Sprüngen hat die Ukraine ihre Kampfdrohnen weiterentwickelt, von denen einige bis 2.000 Kilometer nach Russland vordringen.

de | politik | 67383962 |

Weitere Meldungen

Hitzeschäden bremsen Verkehr auf Autobahnen Geplatzte Fahrbahndecken, Sperrungen, Tempolimits - Hitzeschäden bremsen auf den Autobahnen in Deutschland teilweise den Verkehr aus. (Boerse, 28.06.2026 - 10:05) weiterlesen...

EU will wehrfähigen Ukrainern Flucht vor Krieg erschweren Ukrainische Männer sollen sich einem Einsatz im Krieg gegen Russland künftig schwerer entziehen können und nicht mehr so einfach Zuflucht in Deutschland oder anderen EU-Staaten finden. (Boerse, 26.06.2026 - 09:46) weiterlesen...

Gasversorgung gefährdet? Razzien wegen Sabotage-Verdachts KARLSRUHE/BERLIN/FRANKFURT - Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen Russen wegen möglicher Sabotageversuche an der Gasversorgung in Deutschland nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. (Boerse, 24.06.2026 - 17:21) weiterlesen...

Gasversorgung gefährdet? Razzien wegen Sabotage-Verdachts Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen Russen wegen möglicher Sabotageversuche an der Gasversorgung in Deutschland nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. (Boerse, 24.06.2026 - 15:00) weiterlesen...

ARD und ZDF kämpfen in Karlsruhe für höheren Rundfunkbeitrag KARLSRUHE - Um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu finanzieren, zahlt jeder Haushalt in Deutschland derzeit 18,36 Euro im Monat - aber reicht das? Das Bundesverfassungsgericht muss entscheiden, welchen Spielraum die Bundesländer beim Festlegen der Höhe des Rundfunkbeitrags haben. (Boerse, 23.06.2026 - 18:23) weiterlesen...

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 23.06.2026 - 17.00 Uhr Rente vor Runderneuerung - gegen viele WiderständeBERLIN - In Deutschland rücken ein steigendes Rentenalter und eine weitreichende Umgestaltung der Alterssicherung näher. (Boerse, 23.06.2026 - 17:08) weiterlesen...