Herzog, Israel

Herzog: Israel hÀlt humanitÀres Völkerrecht in Gaza ein

11.05.2025 - 20:40:07

Deutschland und Israel feiern in diesen Tagen 60 Jahre diplomatische Beziehungen. Dazu kommt Israels PrÀsident Herzog jetzt nach Berlin. Kritische Fragen bekam er schon am Vorabend gestellt.

Vor seinem Besuch in Berlin an diesem Montag hat Israels PrĂ€sident Izchak Herzog die KriegsfĂŒhrung seines Landes im Gazastreifen verteidigt. «Wir schauen immer auf die Schmerzen von Menschen in Konflikten und wir befolgen das humanitĂ€re Völkerrecht», sagte er im ZDF-«heute journal». 

«Mir ist bewusst, dass es Leid gibt in Gaza», rĂ€umte Herzog ein. «Aber wir mĂŒssen auch verstehen, wem wir gegenĂŒberstehen. Das ist eine Infrastruktur des Terrors. Und die wird gesteuert von Hamas in den HĂ€usern, in den Wohnzimmern, in den Schlafzimmern. Da gibt es Munition, da gibt es Raketen.» Man habe es mit einem dschihadistischen, bösen Feind zu tun, der kein Interesse an der Bevölkerung in Gaza habe. 

Herzog erklĂ€rte, Israel unternehme alles, um dafĂŒr zu sorgen, dass humanitĂ€re Hilfe nach Gaza komme. Hilfsorganisationen berichten allerdings, dass Israel seit mehr als zwei Monaten keine Nahrungsmittel und HilfsgĂŒter mehr in den Gazastreifen lasse. Das seien «teilweise falsche Informationen», sagte Herzog. «Da geht es um psychologische KriegsfĂŒhrung durch die Hamas.» Wenn die Hamas die israelischen Geiseln freilasse, werde sich auch die RealitĂ€t im Gazastreifen verĂ€ndern.

Deutschland und Israel feiern 60 Jahre Beziehungen 

Anlass des Besuches von Herzog ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor genau 60 Jahren. BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier wird seinen Gast, mit dem er befreundet ist, am Vormittag mit militÀrischen Ehren im Schloss Bellevue empfangen. Herzog wird in Berlin auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zusammentreffen. Den Dienstag und Mittwoch werden die PrÀsidenten dann gemeinsam in Israel verbringen.

Im Interview mit der «Welt» machte Herzog deutlich, dass er aus der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Deutschland vor 60 Jahren auch Hoffnung fĂŒr einen Frieden in Nahost heute schöpft: «Wenn nach der dunkelsten Zeit der Geschichte, nach den schlimmsten GrĂ€ueltaten der Nazis an den Juden im Zweiten Weltkrieg heute 60 Jahre diplomatische Beziehungen mit Deutschland gefeiert werden können, dann gibt mir das Hoffnung, dass wir vom Frieden mit den PalĂ€stinensern trĂ€umen können.»

@ dpa.de