Italien

Merz und Meloni vereinbaren engere Sicherheitskooperation

Veröffentlicht am: 23.01.2026 um 16:55 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Deutschland und Italien haben sich im Rahmen von Regierungskonsultationen auf eine engere Zusammenarbeit verstÀndigt.

Giorgia Meloni und Friedrich Merz (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Giorgia Meloni und Friedrich Merz (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Gerade haben wir einen deutsch-italienischen Aktionsplan unterzeichnet, den beide Regierungen gemeinsam ausgearbeitet haben in den letzten Wochen, fĂŒr mehr WettbewerbsfĂ€higkeit, fĂŒr eine neue bilaterale Dynamik in der Verteidigungsindustrie und fĂŒr eine engagierte Migrationspolitik", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der italienischen MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni in Rom.

Die beiden Regierungschefs unterzeichneten ein Abkommen, das die Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie vertiefen und die militĂ€rische Beschaffung harmonisieren soll. Auch bei der inneren Sicherheit werde man zukĂŒnftig enger kooperieren. "Unsere Abstimmung in der europĂ€ischen Migrationspolitik ist schon heute Ă€ußerst eng", so Merz. "Nur durch diese Zusammenarbeit war es möglich, dass wir auch die Reform des gemeinsamen europĂ€ischen Asylsystems in BrĂŒssel durchgesetzt haben." Zudem habe man sich auf bilaterales Polizeiabkommen, eine Vereinbarung zur Geheimschutzkooperation und eine Kulturroute, die Goethes Weg durch Italien nachzeichnet, verstĂ€ndigt.

Meloni dankte Merz fĂŒr seine Entscheidung, sich an einer informellen Arbeitsgruppe "gleichgesinnter LĂ€nder" zum Thema Migration zu beteiligen. RĂŒckfĂŒhrungen und die Verteidigung der EU-Außengrenzen gegen Schleuser seien eine große Herausforderung.

Angesichts der Grönland-Forderungen von US-PrĂ€sident Donald Trump lobte der Bundeskanzler die Arktis-Strategie Italiens. "Italien hat eine neue Arktis-Strategie verabschiedet, der wir uns auch im Wesentlichen anschließen können, weil sie von derselben Lage ausgeht wie wir", erklĂ€rte er.

"DĂ€nemark und die Bevölkerung in Grönland können sich auch auf unsere Hilfe und SolidaritĂ€t verlassen. Auf der Grundlage von SouverĂ€nitĂ€t und territorialer IntegritĂ€t wollen wir GesprĂ€che zwischen DĂ€nemark, Grönland und den USA unterstĂŒtzen", so der Kanzler. "Im neuen Zeitalter der GroßmĂ€chte muss Europa fest und souverĂ€n zusammenstehen."

Merz und Meloni forderten die EU-Kommission zudem auf, neue Richtlinien fĂŒr grenzĂŒberschreitende Fusionen vorzulegen. "Die feste Absicht von uns ist zu ermöglichen, dass wir grenzĂŒberschreitende Fusionen in der EuropĂ€ischen Union erlauben, die aus diesen Unternehmen dann auf dem Weltmarkt wettbewerbsfĂ€hige Unternehmen machen", sagte Merz. "Da ist die europĂ€ische Fusionskontrolle nach unserer beider festen Überzeugung einfach zu sehr auf einen zu kleinen Markt fokussiert." Auch die Kapitalanforderungen fĂŒr Banken sollen nach dem Willen der beiden Regierungschefs gelockert werden.

Die italienische MinisterprĂ€sidentin kĂŒndigte an, beim nĂ€chsten EU-Gipfel einen Vorschlag fĂŒr weniger BĂŒrokratie, eine StĂ€rkung des Binnenmarktes und eine "Wiederankurbelung der Automobilindustrie unter dem Zeichen der TechnologienneutralitĂ€t" zu unterbreiten. Sie behauptete, dass eine "bestimmte ideologische Ausrichtung" des Green Deals dazu gefĂŒhrt habe, "dass unsere Industrien in die Knie gegangen sind, ohne dass es letztlich zu einem Mehr an globalem Umweltschutz gefĂŒhrt" habe.

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