Dramatisches Viertelfinale: Joker Röhl trifft beim 3:2-Sieg
22.06.2025 - 23:37:02 | dpa.deDie deutsche U21 steht dank eines Joker-Tores von Merlin Röhl nach einem dramatischen K.o.-Duell im EM-Halbfinale. Die Auswahl des Deutschen FuĂball-Bundes um Torgarant Nick Woltemade setzte sich im Viertelfinale mit Italien in der VerlĂ€ngerung mit zwei Mann mehr auf dem Platz mit 3:2 (2:2, 0:0) durch. Tor-Held fĂŒr die in der VerlĂ€ngerung klar ĂŒberlegene deutsche Mannschaft war dann der nach gut einer Stunde eingewechselte Freiburger Röhl.
Zuvor hatte Woltemade wieder einmal beim Turnier in der Slowakei geglĂ€nzt. Der Stuttgarter Pokalsieger köpfte nach einem Eckball zum umjubelten deutschen Ausgleich ein (68. Minute) und bereitete auch das 2:1 durch den Mainzer Joker Nelson Weiper vor (87.).Â
«Ich bin einfach nur glĂŒcklich, dass wir jetzt im Halbfinale stehen. Ich bin mausetot und einfach ĂŒberglĂŒcklich», sagte KapitĂ€n Eric Martel bei Sat.1. Man könne alles abschĂŒtteln und immer noch einen draufsetzen.
Italiener retten sich in VerlÀngerung
Wer dachte, dass das nach dem RĂŒckstand durch den frĂŒheren Vincent-Kompany-Spieler Luca Koleosho vom FC Burnley (58.) schon der deutsche Sieg sei, sah sich in der irren Nachspielzeit getĂ€uscht. Trotz zweier Mann weniger auf dem Platz nach den Gelb-Roten Karten fĂŒr Wilfried Gnonto (81.) und Mattia Zanotti (90.) rettete sich Italien in die VerlĂ€ngerung. Der kurz zuvor erst eingewechselte Giuseppe Ambrosino traf per FreistoĂ (90.+6) zum 2:2 (0:0).Â
Gegner im Halbfinale am Mittwoch in Kosice sind die Franzosen, die durch den Siegtreffer des frĂŒheren Bayern-StĂŒrmers Mathys Tel DĂ€nemark mit 3:2 niederrangen. Die seit fast zwei Jahren ungeschlagene deutsche Mannschaft darf weiter davon trĂ€umen, im Endspiel am 28. Juni in Bratislava den dritten Titel nach 2009, 2017 und 2021 zu gewinnen.
SchlĂŒsselfigur Woltemade
Eine SchlĂŒsselrolle beim spannenden Duell mit den Azzurrini nahm wieder einmal Woltemade ein. Der in der Gruppenphase viermalige TorschĂŒtze und zweimalige Spieler des Spiels wurde stets eng bedrĂ€ngt, manchmal auch hart gestoppt. In der Anfangsphase fehlte nicht viel, um die Trefferserie des Neu-Nationalspielers schon da zu verlĂ€ngern. Nach der Pause konnte er bei einem Kopfball nach einer Ecke mit seinen 1,98 Metern aber nicht mehr gestoppt werden. Zudem glĂ€nzte er als Vorbereiter - und war in der Schlussphase der KapitĂ€n.
Extremer Abend fĂŒr Di Salvo
Der deutsche Nationaltrainer Antonio Di Salvo erlebte vor 6.503 Zuschauern in Dunajska Streda einen besonders intensiven Abend. Der 46-JĂ€hrige, dessen Eltern in der 1970er Jahren nach Deutschland gekommen waren, arbeitete am Spielfeldrand in höchster IntensitĂ€t mit. Di Salvo gab viele Anweisungen und Kommandos. RĂŒckstand, Ausgleich, dramatische Schlussphase - es war ein Abend der extremen GefĂŒhle. Der gebĂŒrtige Italiener Nicolo Tresoldi konnte das Spiel gegen sein Heimatland nicht prĂ€gen - durfte sich am Ende aber riesig freuen.
Nationalcoach Di Salvo hatte wieder auf die Anfangsformation der Gruppensiege gegen Slowenien (3:0) und Tschechien (4:2) vertraut. Einige der Startelf-Spieler vom 2:1 gegen England kamen im K.o.-Duell erst nach und nach von der Bank - erzielten wie Weiper und Röhl Tore.
Völler und Gattuso auf der TribĂŒne
Sportdirektor Rudi Völler und GeschĂ€ftsfĂŒhrer Andreas Rettig von DFB-Seite sowie der neue italienische Nationalcoach Gennaro Gattuso neben seinem Teamkoordinator Gianluigi Buffon verfolgten von der nicht voll besetzten TribĂŒne aus ein hochspannendes Viertelfinale. Dieses hĂ€tte zu beiden Seiten kippen können.
Beide TorhĂŒter rĂŒckten in den Fokus. Noah Atubolu vom SC Freiburg und sein GegenĂŒber Sebastiano Desplanches vom FC Palermo zeigten schon in der regulĂ€ren Spielzeit ihr Können. In der Extra-Zeit wurde dann der Italiener öfter geprĂŒft.
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