POLITIKROUNDUP, MilitÀrengagement

POLITIK / ROUNDUP: MilitÀrengagement im Indopazifik: Pistorius besucht 'Rimpac'

30.07.2024 - 08:21:09

Deutschland verstÀrkt die Beteiligung am militÀrischen Training im Indopazifik.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) begann dazu eine mehrtĂ€gige Reise, um Übungen mit deutscher Beteiligung zu besuchen und politische Partner in der sicherheitspolitisch und wirtschaftlich wichtigen Region zu treffen.

Erste Station war der US-Bundesstaat Hawaii. In den Seegebieten um die Inselkette und auch auf Land lĂ€uft die MilitĂ€rĂŒbung "Rimpac", an der die Bundeswehr stĂ€rker als in frĂŒheren Jahren beteiligt ist; unter ihnen 450 MĂ€nner und Frauen der Deutschen Marine.

"Rimpac" findet alle zwei Jahre unter FĂŒhrung der USA statt. In diesem Jahr sind 29 Nationen - darunter auch Frankreich und Großbritannien - und etwa 40 Schiffe sowie Flugzeuge und Hubschrauber dabei. Auch die Luftwaffe stellt Kampfjets und Transportflugzeuge fĂŒr eine ganze Serie von MilitĂ€rĂŒbungen im Indopazifik-Raum.

Die Vorhaben folgen den politischen Leitlinien der Bundesregierung fĂŒr die Region und sollen politische Wertepartner dort unterstĂŒtzen. In der Region fĂŒhlen sich kleinere Nationen von der dominant auftretenden Großmacht China bedroht.

Freiheit der See- und Handelswege demonstrieren

In frĂŒheren Jahren seien vor allem Verbindungsoffiziere in den StĂ€ben oder auch Minentaucher des Seebataillons aus Eckernförde gestellt worden, sagte Flottillenadmiral Axel Schulz der Deutschen Presse-Agentur. "Dieses Jahr sind wir aber erstmals mit einem Marineverband, bestehend aus der Fregatte Baden-WĂŒrttemberg und dem Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main mit eingeschifftem Hubschrauberkontingent sichtbar vertreten", sagte Schulz, der den deutschen Marineverband fĂŒhrt.

"Es geht darum, Flagge zu zeigen und vor Ort zu demonstrieren, dass Deutschland auf der Seite seiner internationalen Partner und Freunde, insbesondere unserem grĂ¶ĂŸten und wichtigsten VerbĂŒndeten, den USA, fĂŒr die Freiheit der Seewege und die Einhaltung des Völkerrechts in der Region eintritt", sagte Schulz.

Der Auftrag sei mehrteilig. Als Instrument der Verteidigungsdiplomatie solle die PrĂ€senz den Freunden in der Region das Eintreten Deutschlands fĂŒr eine regelbasierte internationale Ordnung und die Freiheit der See- und Handelswege demonstrieren. Gleichzeitig werde mit den Übungen die eigene EinsatzfĂ€higkeit gesteigert. Schulz: "Vor allem aber zeigen wir, dass wir trotz der angespannten Lage in Europa nicht unsere Freunde im Pazifik aus den Augen verlieren."

Indopazifik als Region mit Chancen und Risiken

Das Bundeskabinett hatte 2020 Leitlinien zur Politik Deutschlands im Indopazifik-Raum verabschiedet. "Die Region wird zum SchlĂŒssel fĂŒr die Ausgestaltung der internationalen Ordnung im 21. Jahrhundert", heißt es darin. Das Papier benennt die zentrale Bedeutung des Raums fĂŒr die globale und deutsche Wirtschaft und beschreibt Gefahren.

"Neben zunehmenden geopolitischen Spannungen und offen ausgetragenen MachtrivalitĂ€ten gibt es zahlreiche umstrittene GrenzverlĂ€ufe, schwelende innere und grenzĂŒberschreitende Konflikte mit erheblichen FlĂŒchtlingsbewegungen sowie Netzwerke des regionalen und des internationalen Terrorismus, die sich negativ auf die globale StabilitĂ€t sowie auf unsere Interessen in der Region auswirken können", heißt es. Die Zusammenarbeit mit Wertepartnern unter den Staaten soll ausgebaut werden.

FĂ€hrt die Deutsche Marine durch die Taiwanstraße?

Mit Interesse wird auch der weitere Kurs der deutschen Schiffe erwartet, ob sie durch die Taiwanstraße - also das Seegebiet zwischen Taiwan und China - fahren. Von August 2021 bis Februar 2022 war die Fregatte "Bayern" in einer vergleichbaren Mission unterwegs. Das Kriegsschiff durchquerte die Taiwanstraße aber nicht.

Im Mai hatte Pistorius erklĂ€rt, es solle rechtzeitig entschieden werden, ob die Taiwanstraße diesmal durchquert werde. "Angesichts der Tatsache, dass es einige VerbĂ€nde von VerbĂŒndeten und Alliierten gibt, die dort durchfahren, ist das natĂŒrlich eine Option", sagte Pistorius.

China warnte vor einem Durchqueren der Taiwanstraße. China habe das Recht auf freie Schifffahrt stets respektiert, lehne es aber entschieden ab, dass ein Land im Namen der Freiheit der Schifffahrt Chinas SouverĂ€nitĂ€t und Sicherheit provoziere und bedrohe, sagte Außenamtssprecher Lin Jian in Peking. Man hoffe, dass LĂ€nder außerhalb der Asien-Pazifik-Region dem Frieden und der StabilitĂ€t in der Taiwanstraße keinen Ärger bereiteten.

@ dpa.de