Basketball-WM Frauen, Deutschland Frankreich Halbfinale

Deutsche Basketballerinnen verlieren WM-Halbfinale gegen Frankreich und spielen um Bronze

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 18:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Deutschlands Basketballerinnen verlieren das WM-Halbfinale in Berlin klar gegen den Olympia-Zweiten Frankreich, spielen aber weiter um eine historische Bronzemedaille. Beim Heimturnier bleibt die Chance auf das erste Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft bestehen.

  • Sabally hatte Mühe, offensiv Akzente zu setzen. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Sabally hatte Mühe, offensiv Akzente zu setzen. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • In Reihe eins: Dirk Nowitzki war erneut in der Arena. - Bild: Andreas Gora/dpa
    In Reihe eins: Dirk Nowitzki war erneut in der Arena. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Das deutsche Team wollte nach Belgien auch Frankreich überraschen. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Das deutsche Team wollte nach Belgien auch Frankreich überraschen. - Bild: Andreas Gora/dpa
Sabally hatte Mühe, offensiv Akzente zu setzen. - Bild: Andreas Gora/dpa In Reihe eins: Dirk Nowitzki war erneut in der Arena. - Bild: Andreas Gora/dpa Das deutsche Team wollte nach Belgien auch Frankreich überraschen. - Bild: Andreas Gora/dpa

Deutschlands Basketballerinnen haben bei der Heim-WM in Berlin das Endspiel verpasst und spielen nun um die Bronzemedaille.

Deutliches 64:86 gegen Favorit Frankreich

Das Team um Leonie Fiebich unterlag im Halbfinale dem Olympia-Zweiten Frankreich klar mit 64:86 (38:45) und konnte zwei Tage nach dem spektakulären Erfolg über Europameister Belgien die nächste Überraschung nicht wiederholen. Vor 12.650 Zuschauern in der ausverkauften Arena, darunter Basketball-Ikone Dirk Nowitzki, endete damit eine Serie von vier WM-Siegen in Folge.

Sabally und Gülich beste Werferinnen, Williams dominiert

Nyara Sabally und Kapitänin Marie Gülich waren mit jeweils zwölf Punkten die besten deutschen Werferinnen. Auf französischer Seite ragte Gaby Williams mit 22 Zählern heraus. Die deutsche Mannschaft leistete sich mehr als 20 Ballverluste und konnte dem hohen Tempo und der variablen Offensive der bisher überragenden Französinnen nicht dauerhaft standhalten.

Bronze-Spiel als Chance auf historische Medaille

Bundestrainer Olaf Lange und sein Team haben dennoch weiter die Chance auf eine WM-Medaille. Am Sonntag (16.30 Uhr) trifft Deutschland im Spiel um Platz drei auf die USA oder Spanien. Gegen Spanien wäre neun Tage nach der deutlichen 53:83-Niederlage zum Turnierstart eine Revanche möglich. Bereits das Erreichen des Halbfinales gilt als großer Erfolg und bescherte dem Deutschen Basketball Bund eine ideale Bühne mit den drei Topteams der Welt beim Finalwochenende.

Große Bühne in Berlin, prominente Unterstützung

Dirk Nowitzki zeigte sich begeistert von Auftritt und Atmosphäre und sprach von einer beeindruckenden Stimmung in der Arena. Neben ihm verfolgte auch Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder mit seiner Familie das Halbfinale aus der ersten Reihe. Das deutsche Team wollte nach dem Coup gegen Belgien auch Frankreich überraschen, konnte den Favoriten aber nur kurz ernsthaft fordern.

Kurzzeitige Führung, dann dreht Frankreich auf

Deutschland startete mutig und führte zum Ende des ersten Viertels für elf Sekunden, unter anderem durch Dreipunktwürfe von Leonie Fiebich und Alexandra Wilke. Doch Frankreich um Williams und Marine Johannès fand immer wieder Antworten und präsentierte sich offensiv deutlich variabler als Belgien.

Ballverluste und Fehlstart nach der Pause

Unter dem Korb waren Nyara Sabally und Marie Gülich gegen die physisch starken Gegenspielerinnen stark gefordert. Einige Unaufmerksamkeiten, Fehlpässe und Schrittfehler ließen den Rückstand anwachsen. Direkt nach der Halbzeit legte Frankreich einen 9:0-Lauf hin, von dem sich das deutsche Team trotz zwischenzeitlicher Aufholversuche nicht mehr entscheidend erholen konnte.

Deutsches Team richtet den Blick nach vorn

Nach der klaren Vorrundenpleite gegen Spanien und den deutlichen Erfolgen in den folgenden Partien bleibt das Bronze-Spiel das sechste und entscheidende WM-Spiel für die Gastgeberinnen. Auch die bislang beste deutsche Werferin Frieda Bühner fand im Halbfinale erst spät ins Spiel. Nun richtet sich der Fokus der Mannschaft vollständig auf die abschließende Partie, in der sie die historische Chance auf Edelmetall vor heimischem Publikum nutzen will.

Historischer Schritt trotz Halbfinal-Niederlage

Die deutliche Niederlage gegen den Olympia-Zweiten Frankreich ändert nichts daran, dass die deutsche Mannschaft bei dieser Heim-WM bereits Geschichte geschrieben hat. Erstmals steht ein DBB-Frauenteam im WM-Halbfinale und hat durch den Einzug unter die besten vier Mannschaften die Chance auf die erste WM-Medaille überhaupt. Der Weg dorthin führte über die Play-in-Runde und den überraschend klaren Viertelfinalsieg gegen Europameister Belgien, mit dem sich die Mannschaft endgültig in der erweiterten Weltspitze anmeldete.

Zeichen eines strukturellen Aufschwungs im deutschen Basketball

Der Auftritt vor über 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Berlin, darunter prominente Gesichter wie Dirk Nowitzki und Dennis Schröder, unterstreicht die neue Sichtbarkeit des Frauenbasketballs in Deutschland. Die Entwicklung ähnelt in Teilen jener der Männer, die 2022 EM-Bronze in Berlin gewannen und sich in den Jahren danach zu Titelmannschaften bei Welt- und Europameisterschaften entwickelten. Die aktuelle WM zeigt, dass der Deutsche Basketball Bund auch im Frauenbereich von besserer Nachwuchsarbeit, professionelleren Strukturen und steigender Akzeptanz profitiert. Spielerinnen wie Leonie Fiebich, Nyara Sabally und Marie Gülich werden dabei zu Identifikationsfiguren.

Bedeutung des Bronze-Spiels für Mannschaft und Verband

Das nun anstehende Spiel um Platz drei gegen Spanien oder die USA trägt eine doppelte Bedeutung. Sportlich kann eine Medaille den Aufschwung langfristig festigen und dem Team einen Meilenstein für kommende Turniere wie Europameisterschaften und Olympia-Qualifikationen verschaffen. Gleichzeitig würde ein Erfolg die Aufmerksamkeit von Medien, Sponsoren und Talenten weiter erhöhen. Das Halbfinale gegen Frankreich machte allerdings auch sichtbare Unterschiede zur Weltspitze deutlich: hohe Ballverluste, Probleme gegen physisch starke Gegnerinnen und kurze Schwächephasen reichen auf diesem Niveau für einen entscheidenden Rückstand. Gerade deshalb wäre ein Sieg im Bronze-Spiel ein starkes Signal, dass der Abstand zu den Top-Nationen kleiner geworden ist.

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