DFB-Frauen schlagen Australien 4:2: Kössler mit Doppelpack, Baum debütiert
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 22:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie deutschen Fußballerinnen haben den Härtetest gegen Australien in Karlsruhe mit 4:2 (2:1) gewonnen und damit einen überzeugenden Start in die WM-Saison hingelegt.
Kössler trifft doppelt
Vor 26.352 Zuschauern im fast ausverkauften Wildparkstadion brachte Melissa Kössler die DFB-Auswahl in der 25. Minute in Führung und legte fünf Minuten später ihr zweites Tor nach. Für die Mittelstürmerin waren es die ersten Treffer im Nationaltrikot.
Australiens Kapitänin Sam Kerr verkürzte kurz vor der Pause auf 1:2. Bundestrainer Christian Wück bezeichnete den Gegentreffer als Lehrmoment, weil seine Mannschaft die Situation unmittelbar vor dem Seitenwechsel nicht sauber verteidigt habe.
Mahmutovic überzeugt im Tor
Die deutsche Mannschaft kontrollierte das Spiel besonders im Mittelfeld, wo Sjoeke Nüsken und Elisa Senß gut harmonierten. Senß bereitete mit einem Steilpass Kösslers zweiten Treffer vor. Auf den Außen sorgten Cora Zicai und Klara Bühl wiederholt für Druck.
Im deutschen Tor stand Ena Mahmutovic anstelle der verhinderten Ann-Katrin Berger. Die 22-Jährige zeigte in ihrem dritten Länderspiel einen sicheren Auftritt, musste allerdings einmal eine australische Gegenspielerin anschießen.
Baum gibt Debüt
Nach der Pause feierte Lisa Baum ihr Debüt für die Nationalmannschaft. Die 19-Jährige war im Sommer für eine Rekordablöse von 650.000 Euro von RB Leipzig zum FC Arsenal gewechselt. Sie suchte sofort die Dribblings und übernahm auch Eckbälle, blieb aber ohne großen Einfluss auf das Spiel.
Deutschland vergab zunächst weitere Chancen durch Nicole Anyomi, Linda Dallmann und Zicai. Camilla Küver erhöhte in der 83. Minute per Kopf auf 3:1. Holly McNamara verkürzte in der dritten Minute der Nachspielzeit, ehe Sjoeke Nüsken nur wenige Sekunden später den Endstand herstellte.
Viele Ausfälle vor Japan-Spiel
Wück musste kurzfristig auf Lea Schüller verzichten, die wegen eines Infekts ausfiel. Auch Kapitänin Giulia Gwinn fehlte nach einem Bänderriss. Am Dienstag geht es für die DFB-Frauen in Bremen gegen Japan weiter.
Test gegen internationale Konkurrenz
Das Spiel in Karlsruhe war für die DFB-Frauen der Auftakt in die neue Länderspielsaison und zugleich ein wichtiger Test auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Australien hatte beim Asien-Cup 2026 das Finale erreicht und dort gegen Japan verloren. Damit traf Deutschland auf einen Gegner, der einen anderen Spielstil als europäische Mannschaften einbringt.
Die Partie hatte auch deshalb Gewicht, weil Bundestrainer Christian Wück mehrere Ausfälle auffangen musste. Giulia Gwinn und Ann-Katrin Berger fehlten ebenso wie weitere etablierte Kräfte. Der sichere Auftritt von Ena Mahmutovic und die Debütsituation von Lisa Baum zeigen, dass Wück den Kader bereits mit Blick auf die langfristige Turniervorbereitung verbreitert.
Chancen und nächste Prüfung
Melissa Kösslers Doppelpack stärkt den Wettbewerb im Angriff. Die Mittelstürmerin nutzte ihre Chance, während das Zusammenspiel im Mittelfeld mit Sjoeke Nüsken und Elisa Senß über weite Strecken überzeugte. Zugleich offenbarte die zweite Halbzeit, dass die Mannschaft nach Führungen noch konsequenter verteidigen und klare Möglichkeiten besser verwerten muss.
Der nächste Vergleich folgt am Dienstag in Bremen gegen Japan. Der Asienmeister ist damit ein weiterer Gegner von hohem internationalem Niveau. Für Wück bietet die kurze Folge zweier Tests die Möglichkeit, verschiedene Lösungen unter Belastung zu prüfen und Spielerinnen aus der zweiten Reihe weiter an die Stammformation heranzuführen.

