Ăthiopierin Assefa stĂŒrmt zu Marathon-Weltrekord in Berlin
24.09.2023 - 11:46:05Die Ăthiopierin Tigst Assefa ist in Berlin zu einem Fabel-Weltrekord im Marathon gelaufen. Die 29 Jahre alte Vorjahressiegerin gewann in 2:11:53 Stunden und blieb damit mehr als zwei Minuten unter der bisherigen Bestmarke von Brigid Kosgei. Die Kenianerin war 2019 in Chicago 2:14:04 Stunden gelaufen.
Assefa hatte den Berliner Streckenrekord im vorigen Jahr auf 2:15:37 Stunden geschraubt und war damit in die Welt-Elite ĂŒber die 42,195 Kilometer vorgestoĂen. Auch unterstĂŒtzt von moderner Schuh-Technologie lief sie diesmal bei perfekten Ă€uĂeren Bedingungen von Beginn an auf Rekordkurs und setzte sich in einem auch in der Breite superschnellen Rennen frĂŒh ab.
Bei anfÀnglich 14 Grad und spÀter sonnigem Himmel wirkte die Favoritin auf dem flachen Hauptstadt-Kurs jederzeit locker und konnte am Ende sogar noch spurten. Den zuvor letzten Frauen-Weltrekord in Berlin hatte 2001 die Japanerin Naoko Takahashi aufgestellt, sie blieb vor 22 Jahren in 2:19.46 Stunden als erste Athletin unter 2:20 Stunden.
Kipchoge verpasst Weltrekord
Eliud Kipchoge gewann zuvor als erster LĂ€ufer zum fĂŒnften Mal den Berlin-Marathon, verpasste einen weiteren Weltrekord aber deutlich. Der 38 Jahre alte Kenianer siegte in 2:02:42 Stunden vor seinem Landsmann Vincent Kipkemoi und dem Ăthiopier Tadese Takele. Kipkemoi kam nach 2:03:13 Stunden ins Ziel, Takele lief 2:03:24 Stunden.
Amanal Petros unterbot als Neunter in 2:04:58 Stunden seinen deutschen Rekord. Der 28-JĂ€hrige war die 42,195 Kilometer am 5. Dezember 2021 in Valencia in 2:06:27 gelaufen.
Im vorigen Jahr hatte Kipchoge in 2:01:09 Stunden den gĂŒltigen Weltrekord aufgestellt. ZunĂ€chst lag der zweimalige Olympiasieger erneut auf Rekordkurs, konnte aber das hohe Tempo bei perfekten Laufbedingungen nicht halten.
Zumindest rettete er den Erfolg vor den nĂ€her rĂŒckenden Verfolgern ins Ziel und muss sich die Zahl fĂŒr die meisten Siege in der deutschen Hauptstadt nicht mehr mit dem Ăthiopier Haile Gebrselassie teilen.
Proteste vor Beginn des Marathons
Kurz vor dem Start vereitelte die Berliner Polizei einen Störversuch der Klimaschutzgruppe Letzte Generation. Insgesamt acht Menschen gelangten von zwei Seiten auf die Strecke auf der StraĂe des 17. Juni und verschĂŒtteten orange Farbe, wie eine Polizeisprecherin sagte. Sie hĂ€tten Banner der Gruppe Letzte Generation dabeigehabt.
EinsatzkrĂ€fte schritten demnach ein, bevor sich die Aktivisten ankleben konnten. Die Polizei stelle nun die Personalien fest, die Aktivisten seien zunĂ€chst in ihrer Freiheit beschrĂ€nkt, sagte die Sprecherin weiter. Es werde geprĂŒft, inwieweit sie im Anschluss in Gewahrsam genommen werden können.
«Wir tun das, weil wir in einer Notlage sind. In existenzieller Gefahr!», schrieb die Letzte Generation auf der Plattform X, frĂŒher Twitter, zu der Aktion. «Ăbrigens: Uns tut es genauso leid, den Alltag eines Handwerkers zu unterbrechen wie den langersehnten Wettbewerb einer LĂ€uferin.»
Die Gruppe forderte erneut, dass Deutschland ab 2030 auf fossile Brennstoffe wie Kohle, Ăl und Erdgas verzichtet. Die Bundesregierung peilt das Jahr 2045 fĂŒr eine klimaneutrale Wirtschaft an.
Die Letzte Generation hatte angekĂŒndigt, den Marathon unterbrechen zu wollen. Mitglieder der Gruppe protestierten die gesamte Woche ĂŒber mit Aktionen in Berlin. Die Polizei und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatten ein konsequentes Vorgehen angekĂŒndigt.
Die Polizei war mit mehr als 1000 KrĂ€ften beim Marathon im Einsatz sein. Vor einer Woche besprĂŒhten Aktivisten das Brandenburger Tor in der NĂ€he des Marathon-Ziels mit oranger Farbe.













