Deutschland, Berlin

Assefa verblĂŒfft mit Fabel-Marathon in Berlin

24.09.2023 - 15:21:14 | dpa.de

Die Äthiopierin Tigst Assefa setzt in Berlin ein Marathon-Glanzlicht. Amanal Petros lĂ€uft beim Sieg von Eliud Kipchoge deutschen Rekord. Ein Störversuch verlĂ€uft glimpflich.

  • Eliud Kipchoge gewann zum fĂŒnften Mal den Berlin-Marathon. - Foto: Andreas Gora/dpa
    Eliud Kipchoge gewann zum fĂŒnften Mal den Berlin-Marathon. - Foto: Andreas Gora/dpa
  • Klima-Aktivisten werden bei einer Protestaktion von SicherheitskrĂ€ften und Polizisten festgehalten. - Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
    Klima-Aktivisten werden bei einer Protestaktion von SicherheitskrÀften und Polizisten festgehalten. - Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
  • Aktivisten haben Farbe auf die Straße gekippt. - Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
    Aktivisten haben Farbe auf die Straße gekippt. - Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
  • Über 48.000 LĂ€ufer sind beim Berlin-Marathon am Start. - Foto: Paul Zinken/dpa
    Über 48.000 LĂ€ufer sind beim Berlin-Marathon am Start. - Foto: Paul Zinken/dpa
  • Tigst Assefa lief beim Berlin-Marathon in 2:11:53 Stunden ins Ziel und stellt damit einen Weltrekord auf. - Foto: Andreas Gora/dpa
    Tigst Assefa lief beim Berlin-Marathon in 2:11:53 Stunden ins Ziel und stellt damit einen Weltrekord auf. - Foto: Andreas Gora/dpa
  • Amanal Petros verbesserte den deutschen Marathon-Rekord auf 2:04:58 Stunden. - Foto: Andreas Gora/dpa
    Amanal Petros verbesserte den deutschen Marathon-Rekord auf 2:04:58 Stunden. - Foto: Andreas Gora/dpa
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Mit der Ă€thiopischen Fahne um die Schultern feierte Tigst Assefa ihre zuvor kaum fĂŒr möglich gehaltene Marathon-Fabelzeit. In 2:11:53 Stunden blieb Assefa in Berlin mehr als zwei Minuten unter der bisherigen Bestmarke, nachdem Eliud Kipchoge dort kurz zuvor als erster LĂ€ufer zum fĂŒnften Mal triumphiert hatte.

Unter dem strahlend blauen Himmel nahe dem Brandenburger Tor bekreuzigte sich Assefa erst und sank auf die Knie, dann hĂŒllte sich die 29-JĂ€hrige in die Fahne ihres Landes. Den bisherigen Rekord hatte die Kenianerin Brigid Kosgei vor knapp vier Jahren in Chicago mit 2:14:04 Stunden aufgestellt.

«Ich hĂ€tte nicht erwartet, so schnell zu laufen - also unter 2:12. Aber das ist das Ergebnis harter Arbeit», sagte Assefa nach ihrem Marathon-Quantensprung am Sonntag. Als Olympia-Favoritin fĂŒr 2024 mochte sie sich noch nicht sehen. «Das nationale Komitee muss mich erst auswĂ€hlen», erklĂ€rte sie zurĂŒckhaltend.

Amanal Petros zeigte sich nach seinem deutschen Rekord in 2:04:58 Stunden so glĂŒcklich und froh wie nie und wurde Neunter. «Nach 25 Kilometern hatte ich kleine Probleme mit meinen Beinen, die waren ziemlich fest, aber die AtmosphĂ€re hat mich nach vorn gebracht», sagte Petros zu den gewohnt vielen Zuschauern, die alle Aktiven wieder anfeuerten.

Ganz vorn gewann Kipchoge in 2:02:42 Stunden als erster LĂ€ufer zum fĂŒnften Mal ĂŒber die 42,195 Kilometer in Berlin. Der 38 Jahre alte Kenianer verpasste seinen Weltrekord aus dem Vorjahr um gut anderthalb Minuten, nachdem er zunĂ€chst in Rekordtempo gestartet war.

Prosteste vor dem Start

Aufhalten konnten ihn wie die anderen LĂ€uferinnen und LĂ€ufer auch nicht Aktivisten der Klimaschutzgruppe Letzte Generation. Sie hatten vor dem Start versucht, die Straße des 17. Juni zu blockieren und wurden von SicherheitskrĂ€ften weggezogen. Am Brandenburger Tor kurz vor dem Ziel waren nach einer Aktion der Gruppe vor einer Woche noch Spuren oranger Farbe zu sehen.

DafĂŒr hatte Assefa keine Augen, ein Jahr nach ihrem Berliner Streckenrekord von 2:15:37 Stunden stĂŒrmte sie unterstĂŒtzt von moderner Schuh-Technologie und bei perfekten Ă€ußeren Bedingungen ihrer Fabelzeit entgegen. «Eine kleine Verbesserung zum Vorjahr hatte ich schon erwartet. Die erste HĂ€lfte bin ich so gelaufen, dass ich in der zweiten HĂ€lfte nicht mĂŒde werde», erklĂ€rte Assefa zum schnelleren zweiten Teil. Dass sie spurten kann, beweist ihre 800-Meter-Bestzeit von unter zwei Minuten. Die zweitplatzierte Kenianerin Sheila Chepkirui hatte knapp sechs Minuten RĂŒckstand (2:17:49) und lief dennoch eine Weltklassezeit.

Den zuvor letzten Frauen-Weltrekord in Berlin hatte 2001 die Japanerin Naoko Takahashi aufgestellt, sie blieb vor 22 Jahren in 2:19.46 Stunden als erste Athletin unter 2:20 Stunden. Domenika Mayer unterbot als 14. in 2:23:47 Stunden um gut drei Minuten die internationale Olympia-Norm, den anderen deutschen LÀuferinnen gelang dies nicht. Debbie Schöneborn (2:27:35) fehlten nur 45 Sekunden. Den deutschen Rekord (2:19:19) hatte 2009 Irina Mikitenko in Berlin aufgestellt, wo nun beide Weltrekorde und beide deutschen Rekorde gelaufen wurden.

Kipchoge: «Sieg ist das Wichtigste»

Kipchoge setzte sich vor seinem Landsmann Vincent Kipkemoi (2:03:13) und dem Äthiopier Tadese Takele (2:03:24) durch. «Ich habe den Weltrekord verpasst, aber etwas Anderes hat geklappt. Der Sieg ist das Wichtigste», sagte der Marathon-Star, der in einem inoffiziellen Rennen in Wien 2019 sogar schon unter zwei Stunden geblieben war und am Ende seine Verfolger nĂ€her kommen sah. «Ich werde diese Lehren fĂŒr meine Olympia-Vorbereitung nutzen. Ich werde versuchen, Geschichte zu schreiben», versprach er mit Blick auf einen möglichen dritten Olympiasieg.

Petros setzte neue deutsche MaßstĂ€be. Der 28-JĂ€hrige war rund anderthalb Minuten schneller als bei seinem bisherigen deutschen Rekord am 5. Dezember 2021 in Valencia. Knapp ĂŒber der internationalen Olympia-Norm (2:08:10) blieben trotz persönlicher Bestzeiten Samuel Fitwi (2:08:28) als 18. und Hendrik Pfeiffer (2:08:48) auf Rang 20.

FĂŒr den grĂ¶ĂŸten deutschen Stadtlauf hatte sich die Rekordzahl von fast 48.000 LĂ€uferinnen und LĂ€ufern aus 156 LĂ€ndern angemeldet.

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