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Evangelische Kirche weist MigrationsplĂ€ne von CDU und CSU zurĂŒck

29.01.2025 - 11:26:59

Die aktuellen Unions-AntrĂ€ge zur Begrenzung von Migration stoßen bei der evangelischen Kirche auf starken Widerspruch.

"Sie sind aus unserer Sicht nicht dazu geeignet, die Probleme zu lösen, weil sie einen deutschen Alleingang darstellen", sagte die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs im GesprÀch mit dem "Focus" (Freitagsausgabe). "Wir können die Probleme aber nur gemeinsam in der EU lösen." Die Bischöfin von Hamburg forderte, am Recht aufs Asyl festzuhalten.

"Auch mĂŒssen auf europĂ€ischer Ebene gemeinsame Lösungen, etwa gerechtere VerteilschlĂŒssel, gefunden werden. Und schließlich brauchen wir eine schnellere und leichtere Einwanderung von FachkrĂ€ften", sagte sie. Die aktuelle deutsche Diskussion setze zu sehr auf Abschreckung und befördere Vorurteile gegen alle zugewanderten Menschen. "Dabei sollte unser aller Aufgabe doch immer sein, Vorurteile abzubauen und die Rechte der SchwĂ€cheren zu stĂ€rken", so Fehrs. "Die WĂŒrde des Menschen endet nicht an LĂ€ndergrenzen. DafĂŒr werden wir uns weiterhin mit unseren katholischen, aber auch orthodoxen Geschwistern einsetzen", sagte die EKD-Ratsvorsitzende. "Auch wenn es innerhalb des demokratischen Spektrums natĂŒrlich immer Abstimmungsprozesse geben muss, sollte klar sein, wo die roten Linien sind." Die EKD-RatsprĂ€sidentin widersprach zudem ihrem Pastorenkollegen und frĂŒheren BundesprĂ€sidenten Joachim Gauck, der 2015 gesagt hatte: "Unser Herz ist weit, doch unsere Möglichkeiten sind endlich." Fehrs sieht Deutschland dennoch in der Verantwortung. "Unsere Möglichkeiten mögen endlich sein, doch die Verantwortung gegenĂŒber Menschen in Not wird dadurch nicht kleiner", sagte sie. "Der Glaube erinnert uns daran, dass wir oft mehr schaffen können, als wir zunĂ€chst fĂŒr möglich halten."

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