Bettina Stark-Watzinger, Deutschland

4000 Schulen, eine Million SchĂŒler erhalten spezielle Förderung

21.09.2023 - 17:31:34 | dpa.de

Die Ampel bringt ihr wichtigstes bildungspolitisches Vorhaben voran: Bund und LĂ€nder haben HĂŒrden fĂŒr das sogenannte Startchancen-Programm aus dem Weg gerĂ€umt und einigen sich auf erste Eckpunkte.

Das von Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) geplante Startchancen-Programm ist das wohl wichtigste bildungspolitische Projekt der Ampel. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Das von Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) geplante Startchancen-Programm ist das wohl wichtigste bildungspolitische Projekt der Ampel. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

4000 Schulen in Deutschland mit rund einer Million SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern können in den kommenden Jahren mit spezieller staatlicher Förderung in Milliardenhöhe rechnen. Nach monatelangen zĂ€hen Verhandlungen haben sich Bund und LĂ€nder auf «entscheidende Eckpunkte» fĂŒr das von der Ampel-Regierung geplante Startchancen-Programm fĂŒr Schulen in schwierigen Lagen verstĂ€ndigt, wie das Bundesbildungsministerium und die Kultusministerkonferenz der LĂ€nder (KMK) in Berlin mitteilten.

In dem Programm liege sehr viel Potenzial dazu beizutragen, dass der Bildungserfolg nicht oder nicht mehr so stark von der sozialen Herkunft abhĂ€ngt, sagte Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP). Etwa jede zehnte Schule und Berufsschule soll demnach im kommenden Jahrzehnt von zusĂ€tzlicher Förderung profitieren. Insgesamt gibt es rund 40.000 Schulen mit knapp elf Millionen SchĂŒlern in Deutschland.

«So kann es nicht mehr weitergehen»

Gefördert werden sollen Schulen «mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter SchĂŒlerinnen und SchĂŒler», wie es im Koalitionsvertrag der Ampel heißt. Sie sollen mit Geld etwa fĂŒr Investitionen in eine bessere und moderne Lernumgebung sowie auch fĂŒr eine attraktivere Arbeitsumgebung fĂŒr das Personal unterstĂŒtzt werden. Dazu kommen Gelder zur freien VerfĂŒgung der Schulen - ein sogenanntes Chancenbudget. Außerdem sollen zusĂ€tzliche Stellen fĂŒr Schulsozialarbeit geschaffen werden.

Hintergrund ist die Erkenntnis, dass in Deutschland Erfolg in der Schule weiterhin stark vom Elternhaus abhĂ€ngt. Bildungsstudien zeigen zudem eine Abnahme der Kompetenzen. Viele Kinder scheitern in der Grundschule am Lesen, Schreiben, Rechnen, bleiben zurĂŒck und schaffen spĂ€ter dann auch keinen Abschluss. Â«Ăœberall wird deutlich, so kann es nicht mehr weitergehen», sagte Hamburgs Schulsenator und Koordinator der SPD-gefĂŒhrten Kultusministerien, Ties Rabe.

JĂ€hrlich bis zu eine Milliarde Euro vom Bund

Das Förderprogramm soll den Eckpunkten zufolge im kommenden Schuljahr starten, wegen der Planungs- und Vorbereitungszeit zunĂ€chst mit mindestens 1000 Schulen. SpĂ€testens ab dem Schuljahr 2026/27 sollen alle 4000 Schulen dabei sein. Laufen soll es ĂŒber zehn Jahre. Der Bund will jĂ€hrlich bis zu eine Milliarde Euro bereitstellen. Die LĂ€nder sollen sich in gleicher Höhe beteiligen, wobei sie bereits laufende Ă€hnliche eigene Förderprogramme anrechnen dĂŒrfen. HierĂŒber wurde lange und hart verhandelt.

Als ein Ziel wird in den Eckpunkten ausgegeben, bis zum Ende der Programmlaufzeit die Zahl der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die die Mindeststandards in Mathe und Deutsch verfehlen, an den Startchancen-Schulen zu halbieren.

Ein Streitpunkt war auch, nach welchen Kriterien die Schulen ausgewĂ€hlt werden, die das Fördergeld bekommen sollen und wie das Bundesgeld entsprechend an die BundeslĂ€nder verteilt wird. Geplant ist nun, dass die BundeslĂ€nder selbst ihre zu fördernden Schulen aussuchen, diese vor dem Programmstart benennen und die Auswahl im Sinne der Ziele des Startchancen-Programms begrĂŒnden. Wesentliche Faktoren bei der Auswahl sollen sein, wie sehr Kinder und Jugendliche an einer Schule von Armut betroffen sind und wie viele SchĂŒler aus Familien mit Migrationshintergrund kommen.

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