Evangelische, Kirche

Evangelische Kirche fĂŒr Gesetz zur Missbrauchsaufarbeitung

23.12.2023 - 01:00:00

Die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Kirsten Fehrs, plĂ€diert fĂŒr externe Standards bei der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Missbrauch in der Kirche.

"Ich fĂ€nde es sehr wichtig, dass es ein staatliches Aufarbeitungsgesetz gibt, das allen Betroffenen einen Rechtsanspruch auf Aufarbeitung ihrer FĂ€lle gibt, unabhĂ€ngig, ob sie in den Kirchen, im Sport, in den Schulen oder Familien stattfanden", sagte Fehrs dem "Tagesspiegel" (Samstagausgabe). "So ein Gesetz wĂŒrde Standards schaffen, die dann fĂŒr alle gelten."

Durch ihre lange BeschĂ€ftigung mit dem Thema wisse sie, "dass auch die kritischste Aufarbeitung von innen nicht hinreicht und also auch nicht von allen akzeptiert werden kann", sagte Fehrs. "Deswegen wĂ€re es wichtig, dass hier externe Standards gesetzt werden." Im Januar soll sich die sogenannte "Forum-Studie" mit Missbrauch in der evangelischen Kirche beschĂ€ftigen. "Es wird schmerzhafte Erkenntnisse geben im Blick darauf, wie wir in der Vergangenheit mit FĂ€llen von sexualisierter Gewalt umgegangen sind, sowohl in der Diakonie als auch in der Kirche", sagte Fehrs. "Aber wir erstarren nicht in Angst wie das Kaninchen vor der Schlange: Wir wollen diese Studie, wir haben sie initiiert und geben 3,6 Millionen Euro dafĂŒr aus." Fehrs ist seit dem 20. November die amtierende Ratsvorsitzende der EKD, nachdem Annette Kurschus von diesem Amt zurĂŒckgetreten war. Kurschus war vorgeworfen worden, in einem Fall sexuellen Fehlverhaltens eines Kirchenmitarbeiters versucht zu haben, dieses zu vertuschen.

@ dts-nachrichtenagentur.de