Bahn-Manager, Sanierung

Bahn-Manager: Sanierung Hamburg-Berlin nur Zwischenschritt

03.01.2025 - 06:11:31 | dpa.de

Die anstehende Generalsanierung der Fernverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Berlin ist fĂŒr die Deutsche Bahn nach Angaben des zustĂ€ndigen Managers nur ein Zwischenschritt.

"Die eigentliche Herausforderung kommt 2026, wenn wir mehrere Strecken im Jahr generalsanieren", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bahn-Infrastrukturgesellschaft InfraGo, Philipp Nagl, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Deutsche Bahn will bis 2030 mehr als 40 vielbefahrene Korridore grundlegend modernisieren und so auch fĂŒr pĂŒnktlichere ZĂŒge sorgen. Den Anfang machte 2024 die sogenannte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. In diesem Jahr folgt ab August die Strecke zwischen Hamburg und Berlin.

Strecke Hamburg-Berlin ist um ein Vielfaches lÀnger als die Riedbahn

Diese gilt aus Sicht vieler Beobachter als tatsÀchliche Feuerprobe, da sie mit fast 280 Kilometern um ein Vielfaches lÀnger und komplexer ist als die Riedbahn.

"Bei Hamburg-Berlin ist die LÀnge die besondere Herausforderung, und damit auch die Logistik. Also, wie gelangt das ganze Material zur Baustelle?", sagte Nagl. Auf die Logistik könne man sich aber gut vorbereiten. Die Bahn will auf dem Korridor bis April kommenden Jahres 181 Kilometer Gleise, mehr als 200 Weichen und rund 70 Kilometer Oberleitung erneuern.

Umleitung ĂŒber Uelzen und Salzwedel

Die FernzĂŒge werden wĂ€hrend der Arbeiten ĂŒber Uelzen (Niedersachsen) und Salzwedel (Sachsen-Anhalt) umgeleitet. Die Fahrzeit verlĂ€ngert sich um mindestens 45 Minuten. Im Regionalverkehr soll ein Ersatzverkehr mit Bussen die FahrgĂ€ste ans Ziel bringen. Die Bahn hatte bereits im vergangenen Jahr auf der Strecke gebaut.

Wichtig sei, die Planung frĂŒhzeitig abzuschließen, betonte Nagl, und verwies darauf, dass das elektronische Zugleitsystem ETCS bei der Riedbahn noch nicht in Betrieb sei. "Das liegt vor allem daran, dass wir in der Planung relativ kurzfristig einige Dinge verbessert haben. Das hat uns am Ende Zeit gekostet."

Bei Hamburg-Berlin wolle man frĂŒhzeitig sagen: "Das sind die Dinge, die wir einbauen wollen, und diesen Plan verĂ€ndern wir dann nicht mehr. Damit verhindern wir Verzögerungen." Die Riedbahn wurde zur Zugsicherung durchgehend mit dem moderneren ETCS sowie der Punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB) ausgestattet.

Riedbahn-Sanierung wird im Fernverkehr "nicht die Welt verÀndern"

Kritik an der Entscheidung, den Korridor zwischen Hamburg und Berlin nicht durchgehend mit ETCS auszurĂŒsten, wies Nagl zurĂŒck. Es klinge zwar gut, wie bei der Riedbahn eine Strecke mit zwei Zugsicherungssystemen auszurĂŒsten, habe aber große Nachteile. "Erstens kostet es doppelt Geld und zweitens ist es extrem aufwendig, weil Sie faktisch zwei Systeme parallel einbauen. Diese wertvolle Ressource, die wir dabei verwenden, könnten wir besser anderswo einsetzen - etwa bei der Modernisierung alter Stellwerke." Es gebe nur wenige Firmen, die Stellwerke bauen könnten. Auf die DoppelausrĂŒstung zu verzichten, spare einen zweistelligen Millionenbetrag.

Mit Blick auf die fertig sanierte Riedbahn sagte Nagl, dass der "Effekt auf den Nahverkehr der Riedbahn" merklich sein werde. Bei den FernverkehrszĂŒgen und den 10.000 Schienenkilometern, die sie befahren, dĂ€mpfte er jedoch die Erwartungen. "Da werden die 70 Kilometer natĂŒrlich jetzt nicht die Welt verĂ€ndern. Aber sie sorgen fĂŒr eine gute Portion StabilitĂ€t im System." Verkehrsminister Volker Wissing (parteilos) hatte zum Abschluss der Bauarbeiten Mitte Dezember gesagt: "Die ZuverlĂ€ssigkeit der Riedbahn wird auch wieder mehr Sicherheit fĂŒr das gesamte Bahnsystem geben."

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