EU plant eigenen MilitÀreinsatz im Roten Meer
12.01.2024 - 13:37:57 | dpa.deJanuar ĂŒber eine mögliche Beteiligung der EU an der US-Initiative zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Roten Meer beraten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der AuswĂ€rtige Dienst der EU erste VorschlĂ€ge fĂŒr den Start eines neuen gemeinsamen europĂ€ischen MilitĂ€reinsatzes erarbeitet. Sie sehen unter anderem die Entsendung von Kriegsschiffen und luftgestĂŒtzten FrĂŒhwarnsystemen in das Konfliktgebiet vor. Letztere könnten zum Beispiel AufklĂ€rungsflugzeuge sein.
Ob bei dem AuĂenministertreffen bereits eine politische Grundsatzentscheidung fĂŒr den Einsatz getroffen werden kann, war am Freitag unklar. In der kommenden Woche sind nach Angaben von EU-Diplomaten weitere VorgesprĂ€che geplant. Die formelle Entscheidung zum Start der MilitĂ€roperation soll im Idealfall beim Februar-Treffen der EU-AuĂenminister getroffen werden.
Deutschland unterstĂŒtzt die Planungen. "Wir als Bundesregierung stehen bereit, uns an einer Mission im Roten Meer zu beteiligen, und sind dazu weiter im engen Kontakt mit dem EuropĂ€ischen AuswĂ€rtigen Dienst und den anderen Mitgliedstaaten in der EU", sagte am Mittwoch der Sprecher des AuswĂ€rtigen Amtes in Berlin. Am Freitag hieĂ es, die Beratungen liefen "intensiv und unter Hochdruck".
UrsprĂŒnglich war geplant gewesen, fĂŒr die UnterstĂŒtzung der US-Initiative einfach das Mandat der bereits existierenden Antipiraterie-Operation Atalanta im Indischen Ozean auszuweiten. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings am Widerstand Spaniens, das derzeit die FĂŒhrungsnation bei der Operation Atalanta ist. Als Grund fĂŒr das Veto galt ein Streit innerhalb der spanischen Regierungskoalition ĂŒber eine direkte Beteiligung des Landes an MilitĂ€roperationen im Roten Meer.
Die von den USA ins Leben gerufene Operation "Prosperity Guardian" (etwa: HĂŒterin des Wohlstands) sieht vor, die internationale MilitĂ€rprĂ€senz im Roten Meer deutlich zu verstĂ€rken und Angriffe auf Schiffe zu verhindern. Seit Ausbruch des Gaza-Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas greifen dort vom Iran unterstĂŒtzte Huthi-Rebellen immer wieder Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer an. GroĂe Reedereien meiden zunehmend die Route.
Die USA und GroĂbritannien attackierten in der Nacht zum Freitag mit UnterstĂŒtzung der Niederlande, Kanadas, Australiens und Bahrains Stellungen der Huthi. Der Angriff sei eine Reaktion auf die "illegalen, gefĂ€hrlichen und destabilisierenden" Angriffe auf Schiffe im Roten Meer und beruhe auf dem Recht der Selbstverteidigung, hieĂ es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung, die auch von der Bundesregierung mitgetragen wurde. Ein Ziel der Huthi-Rebellen ist es, ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen zu erzwingen.
Detaillierte Planungen fĂŒr den möglichen EU-Einsatz sollen nach einer politischen Grundsatzentscheidung erfolgen. Erste VorschlĂ€ge sehen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor, dass mindestens drei Lenkwaffenzerstörer oder Fregatten mit Ă€hnlichen FĂ€higkeiten ins Krisengebiet geschickt werden. Zudem werden der Einsatz von luftgestĂŒtzten FrĂŒhwarnsystemen und Satelliten-UnterstĂŒtzung fĂŒr notwendig gehalten. Offen ist nach Angaben von Diplomaten noch, ob eine Beteiligung an pro-aktiven MilitĂ€raktionen gegen Huthi-Rebellen vorgesehen wird oder ob nur Patrouillen sowie AbwehreinsĂ€tze gegen Raketen- und Drohnenangriffe auf Schiffe ermöglicht werden.
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