Baltenstaaten erklÀren Austritt aus Antipersonenminenvertrag
29.06.2025 - 15:09:07Die drei an Russland grenzenden EU- und Nato-Staaten reichten dazu eine entsprechende formelle ErklĂ€rung ein, die sechs Monate nach dessen Eingang in Kraft treten soll. Dies teilten die AuĂenministerien in Tallinn, Riga und Vilnius mit.
Das Ottawa-Ăbereinkommen sieht ein umfassendes Verbot von Einsatz, Lagerung, Herstellung und Weitergabe aller Arten von Personenminen vor, die als besonders grausame Waffen gelten. Der Vertrag wurde 1997 abgeschlossen und seitdem von mehr als 160 LĂ€ndern - darunter Deutschland - unterzeichnet. Russland hat sich - wie auch die USA und China - der Konvention nicht angeschlossen.
Verteidigung gegen Russland
Der RĂŒckzug aus dem Ottawa-Ăbereinkommen war in Estland, Lettland und Litauen zuvor jeweils von der Regierung beschlossen und dem Parlament gebilligt worden. Damit folgten die drei LĂ€nder einer gemeinsamen Empfehlung der Verteidigungsminister der baltischen Staaten und Polens. Auch Finnland schloss sich spĂ€ter dem Vorhaben an.
Der Austritt ist eine Reaktion auf die wahrgenommene Bedrohung durch Russland und dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der in den baltischen Staaten den als direkte Gefahr fĂŒr die nationale Sicherheit gesehen wird. Mit dem Schritt sollen die Abschreckungs- und VerteidigungsfĂ€higkeiten gestĂ€rkt und dem MilitĂ€r mehr FlexibilitĂ€t und Entscheidungsfreiheit gegeben werden.
Kritik an RĂŒckzug aus Abkommen
HumanitĂ€re Hilfsorganisationen und zahlreiche NobelpreistrĂ€ger kritisierten die Entscheidung und riefen unter anderem auch die Bundesregierung dazu auf, sich fĂŒr die Ottawa-Konvention einzusetzen. UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres zeigte sich ebenfalls besorgt. Die baltischen Staaten dagegen betonen, dass sie auch nach dem RĂŒckzug aus dem Abkommen die GrundsĂ€tze und Normen des humanitĂ€ren Völkerrechts und zum Schutz der Zivilbevölkerung einhalten werden.

