Schuster kritisiert Bedrohungslage fĂŒr Juden in Deutschland
21.10.2023 - 11:00:00"Es fĂ€llt aber auf, dass wir im Moment erheblich mehr Zulauf zu den palĂ€stinensischen Demonstrationen in Deutschland haben. Ich habe den Eindruck, dass ein Teil der Menschen, die ins Land gekommen sind und sich zunĂ€chst unauffĂ€llig verhalten haben, nun bereit ist, auf die StraĂe zu gehen und auch gewalttĂ€tig zu werden", sagte Schuster. Der PrĂ€sident des Zentralrats der Juden bezeichnete den rechtsextremen Antisemitismus als "gefĂ€hrlichsten" in Deutschland. Zugleich sagte er, das Problem antisemitischer Haltungen unter muslimischen Migranten sei "offensichtlich groĂ". "Dazu muss man wissen, dass die arabischstĂ€mmigen Menschen, die nach Deutschland kommen, in den Schulen ihrer Heimat jeden Tag israelfeindliche Zerrbilder gelehrt bekommen haben. Sie hören auch zu Hause nichts anderes", erklĂ€rte Schuster. Er forderte eine hĂ€rtere Bestrafung fĂŒr das Skandieren antisemitischer Parolen auf Demonstrationen. "Ich erwarte hĂ€rtere Strafen und bin ernĂŒchtert, dass die Justiz solche Aussagen bislang eher wie Bagatelldelikte behandelt. Ich glaube, hier hat die Justiz die entscheidende Aufgabe und auch die Möglichkeit, abschreckend zu wirken." Dass viele deutsche StĂ€dte pro-palĂ€stinensische Demonstrationen verboten haben, hielt Schuster fĂŒr gerechtfertigt. "Die Demonstrationen sind nicht einfach pro-palĂ€stinensisch, sondern sie sind israelfeindlich, aggressiv und antisemitisch", sagte der ZentralratsprĂ€sident. "Gerade in der Nacht des Brandanschlages auf die Synagoge in Berlin haben wir das am Brandenburger Tor ganz klar gesehen."


