Kundgebungen, Berlin

17 pro-palÀstinensische Kundgebungen in Berlin verboten

25.10.2023 - 17:34:10 | dpa.de

Die Berliner Polizei begrĂŒndet die Verbote mit der Gefahr antisemitischer Parolen und SolidaritĂ€tsbekundungen fĂŒr den Hamas-Terror auf den Demos. Kritik kommt aus der palĂ€stinensischen Community.

Von 35 pro-palĂ€stinensischen Kundgebungen in Berlin seit dem 24. Oktober wurde etwa die HĂ€lfte untersagt - die Berliner Polizei betont aber, es werde jeder Einzelfall geprĂŒft. - Foto: Sven KĂ€uler/dpa

Die Berliner Polizei hat seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas in Israel nach eigenen Angaben bislang 17 pro-palĂ€stinensische Kundgebungen in der Hauptstadt verboten. Seit dem 7. Oktober seien bis Dienstag (24.10.) 35 Versammlungen angezeigt oder spontan durchgefĂŒhrt worden. «Von diesen wurden 17 verboten», teilte eine Polizeisprecherin auf Anfrage mit.

Nach ihren Angaben wurde in zwei FÀllen Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt. In beiden FÀllen bestÀtigte das Berliner Verwaltungsgericht das Verbot im Eilverfahren.

Die Polizei betonte, der Schutz der Meinungs- und Versammlungsfreiheit habe «höchste PrioritĂ€t». Die Behörde prĂŒfe «in jedem Einzelfall sehr akribisch, ob und unter welchen Bedingungen Versammlungen durchgefĂŒhrt werden können, um Gefahren fĂŒr die öffentliche Sicherheit zu verhindern». Dabei gelte der Grundsatz der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit.

Kritik aus der palÀstinensischen Community

Zugleich verwies die Polizei darauf, dass sich in Berlin nach dem Massaker der Hamas mit mehr als 1400 Toten zahlreiche Menschen auf den Straßen versammelten und die Angriffe feierten. Dabei seien «offen gewaltverherrlichende, volksverhetzende, israelfeindliche und antisemitische Parolen» gerufen worden, es sei zu SachbeschĂ€digungen gekommen und Polizei- sowie RettungskrĂ€fte seien angriffen worden.

Vor diesem Hintergrund habe die Polizei in den vergangenen zwei Wochen mehrere Demonstrationen und Ersatzveranstaltungen untersagt. Die Polizei begrĂŒndete dies jeweils mit der Gefahr, dass es zu antisemitischen Äußerungen und der Billigung der Gewalt der Hamas-Terroristen kommen könne.

Die Strategie der Polizei stĂ¶ĂŸt insbesondere in der palĂ€stinensischen Community auf Kritik. Ungeachtet aktueller Verbote haben sich in den vergangenen zwei Wochen immer wieder zahlreiche Menschen zu Kundgebungen versammelt. Dabei gab es teils Ausschreitungen und GewaltausbrĂŒche.

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