Rufe, Strafen

Rufe nach hÀrteren Strafen bei Böller-Attacken gegen EinsatzkrÀfte

01.01.2025 - 14:59:35

Die Böller-Attacken und Angriffe mit Feuerwerk und Flaschen auf Polizisten und andere EinsatzkrÀfte in der Silvesternacht haben neue Rufe nach einer hÀrteren Gangart gegen die TÀter ausgelöst.

Die SPD-Fraktion forderte gesetzliche VerschĂ€rfungen zum Schutz der EinsatzkrĂ€fte, SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sagte der "Welt" (Donnerstagsausgabe): "Die robusten PolizeieinsĂ€tze haben in diesem Jahr deutlich Wirkung gezeigt. Doch auch wenn die Taten weniger werden: Menschen, die anderen in Not zu Hilfe eilen, verdienen unseren grĂ¶ĂŸten Respekt und Dank. Es ist höchste Zeit, ihren Schutz gesetzlich zu stĂ€rken." Ex-Justizminister Marco Buschmann (FDP) habe es versĂ€umt, hier rechtzeitig fĂŒr Fortschritt zu sorgen.

Jetzt liege es an der Union, "hier ihre Blockadehaltung zu beenden und dem Gesetzesentwurf zum besseren Schutz fĂŒr HilfskrĂ€fte zuzustimmen", so Wiese. "Es darf nicht um parteipolitische Spiele gehen, sondern um die Sicherheit derer, die fĂŒr uns alle im Einsatz sind." Die Union forderte vor allem die Justizbehörden zum Handeln auf: "Diese alljĂ€hrlichen Ausschreitungen sind inakzeptabel", sagte der CDU-Innenpolitiker Alexander Throm der "Welt". Bei Angriffen auf Polizisten und RettungskrĂ€fte mĂŒsse mit aller HĂ€rte und Konsequenz des Gesetzes durchgegriffen werden. "Ich erwarte, dass in diesen FĂ€llen von der Justiz endlich die beschleunigten Strafverfahren angewandt werden. Die Strafe muss auf dem Fuße folgen", so Throm. "Und dann mĂŒssen solche Taten bei AuslĂ€ndern auch aufenthaltsrechtliche Konsequenzen haben", fĂŒgte er hinzu. "Wer die Polizei angreift, greift damit auch den deutschen Staat an und zeigt seine Missachtung fĂŒr Deutschland. Damit muss hierauf zwingend die Ausweisung aus Deutschland erfolgen." FĂŒr diese FĂ€lle setze sich die Union fĂŒr ein konsequenteres Ausweisungsrecht ein. Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Andrea Lindholz (CSU), fordert schnelle und harte Konsequenzen bei Krawallen in der Silvesternacht. "Viele Menschen haben friedlich gefeiert. Es gab aber eben auch Tote, Verletzte und Ausschreitungen", sagte sie der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Polizei, RettungskrĂ€fte und Feuerwehren waren daher vielerorts im Dauereinsatz." Lindholz fĂŒgte hinzu: "Ausschreitungen, Angriffe auf Polizei und RettungskrĂ€fte sowie der Einsatz illegaler Feuerwerkskörper sind absolut inakzeptabel. Die Taten mĂŒssen konsequent zur Anzeige gebracht und dann auch schnell und hart geahndet werden. Die gesetzlichen VerschĂ€rfungen mĂŒssen voll ausgeschöpft werden." Auch die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht sprach sich fĂŒr eine hĂ€rtere Gangart aus: "Angriffe auf Polizisten und RettungskrĂ€fte sind durch nichts zu rechtfertigen und sollten viel hĂ€rter verfolgt und bestraft werden", sagte sie der "Welt". "Offenbar begreifen manche Silvester als rechtsfreien Raum, gerade in Berlin." Polizisten und RettungskrĂ€fte verdienten mehr Respekt und Anerkennung. "Verfahren gegen StraftĂ€ter mĂŒssen beschleunigt werden. Zu viele können sich sicher sein, davonzukommen. Das treibt die Böllergewalt an Silvester an." Der AfD-Innenpolitiker Gottfried Curio sagte, die hohe Zahl von Festnahmen wegen Böller-Attacken zum Jahreswechsel zeuge von einer "erschreckenden Verrohung, die immer weiter um sich greift". "Zu viele Personen wollen die Stimmung aus Feierlaune und Feuerwerk als Lizenz zur munitionsbewehrten Entladung von AggressivitĂ€t missverstehen. Der Staat darf Ordnungs- und RettungskrĂ€fte, die von Berufs wegen hier den RĂŒcken hinhalten mĂŒssen, nicht lĂ€nger allein lassen." Notwendig sei eine deutliche Erhöhung des Strafrahmens. Soweit sich unter den TĂ€tern auch auslĂ€ndische Personen wie Asylbewerber befĂ€nden, seien auch aufenthaltsrechtliche Konsequenzen mit heranzuziehen: "FĂŒr viele aus dieser Teilgruppe der TĂ€ter dĂŒrfte der Verlust der Aufenthaltserlaubnis die fĂŒhlbarste Konsequenz sein", so Curio. Dazu mĂŒsse auch eine "Politik der grundsĂ€tzlichen und umfassenden ZurĂŒckweisung" an den deutschen Grenzen praktiziert werden: "Denn sonst sind die heute Abgeschobenen morgen wieder im Land." Die PrĂ€sidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, forderte unterdessen ein Umdenken bei den Menschen. "Das DRK ruft dazu auf, auf eine stĂ€rkere Sensibilisierung der Bevölkerung fĂŒr die verantwortungsvolle Arbeit der EinsatzkrĂ€fte und die Auswirkungen von Gewalt hinzuwirken", sagte Hasselfeldt gegenĂŒber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). "Das Bewusstsein, dass EinsatzkrĂ€fte einen lebensrettenden und wichtigen gesellschaftlichen Beitrag fĂŒr jeden Einzelnen leisten, muss erhöht werden." Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte in einer ersten Silvesterbilanz, dass sich gezeigt habe, dass der Einsatz mit starken PolizeikrĂ€ften der LĂ€nder und der Bundespolizei und ein frĂŒhzeitiges konsequentes Durchgreifen "die richtigen Mittel gegen GewalttĂ€ter und Chaoten" seien. "Die vielen Festnahmen allein in Berlin und die erneuten Angriffe auf EinsatzkrĂ€fte zeigen allerdings auch, dass genau dieses harte Durchgreifen absolut notwendig war." "Trotzdem wurden erneut EinsatzkrĂ€fte der Polizei, der Feuerwehr und Rettungsdienste mit Böllern und Raketen beschossen und angegriffen", so Faeser weiter. "Die TĂ€ter mĂŒssen mit aller HĂ€rte verfolgt und bestraft werden."

@ dts-nachrichtenagentur.de