Weihnachtsmarkt, Sachsen-Anhalt

Magdeburg hofft auf Lösung fĂŒr Weihnachtsmarkt

11.11.2025 - 16:08:50

Die Buden stehen schon, doch die Genehmigung fehlt: HÀndler in Magdeburg zittern um ihre Existenz, es gibt ungeklÀrte Sicherheitsfragen. Wie wird der Weihnachtsmarkt-Konflikt nun gelöst?

  • Schaustellerbund: «Ein Ausfall des Magdeburger Weihnachtsmarkts ist unter keinen UmstĂ€nden zu akzeptieren.» - Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

    Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

  • «Ich gehe davon aus, dass wir es hinbekommen, den Weihnachtsmarkt zu eröffnen», sagte die OberbĂŒrgermeisterin.  - Foto: Peter Gercke/dpa

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Schaustellerbund: «Ein Ausfall des Magdeburger Weihnachtsmarkts ist unter keinen UmstĂ€nden zu akzeptieren.» - Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa«Ich gehe davon aus, dass wir es hinbekommen, den Weihnachtsmarkt zu eröffnen», sagte die OberbĂŒrgermeisterin.  - Foto: Peter Gercke/dpa

Im Streit um die Genehmigung des Magdeburger Weihnachtsmarkts strebt die Stadt, noch eine Lösung zu finden. «Ich gehe davon aus, dass wir es hinbekommen, den Weihnachtsmarkt zu eröffnen», sagte OberbĂŒrgermeisterin Simone Borris (parteilos) – wenn auch vielleicht einige Tage spĂ€ter als geplant. In der Diskussion um MĂ€ngel im Sicherheitskonzept hatte die Stadt sich in einem offenen Brief auch an MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) gewandt und ihn um UnterstĂŒtzung gebeten.

«Wir stehen unter massivem Zeitdruck. Der Aufbau des Weihnachtsmarkts lĂ€uft, VertrĂ€ge sind geschlossen, Existenzen, auch fĂŒr HĂ€ndler in der gesamten Innenstadt, hĂ€ngen an Entscheidungen, die in wenigen Tagen getroffen werden mĂŒssen», heißt es in dem offenen Brief an Haseloff. «Wir können nicht lĂ€nger abwarten, wĂ€hrend ZustĂ€ndigkeiten hin- und hergeschoben werden.»

MinisterprÀsident schaltet sich ein

Haseloff hat sich der Sache angenommen und ein gemeinsames GesprĂ€ch von Vertretern der Stadt und des Landesverwaltungsamts am Mittwoch vermittelt. «Ziel ist es, einen sicheren Weihnachtsmarkt durchzufĂŒhren», sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur. Er erwarte, dass die offenen Fragen in einem guten Miteinander geklĂ€rt wĂŒrden, so Haseloff.

Die OberbĂŒrgermeisterin hatte den Stadtrat am Montagabend darĂŒber informiert, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr vorerst nicht genehmigt werden könne. Bereits seit Ende Oktober werden auf dem Alten Markt vor dem Rathaus die Buden aufgebaut. Die Eröffnung ist am 20. November geplant.

Gibt es MĂ€ngel bei der Sicherheit?

Hintergrund der möglichen Absage ist eine EinschĂ€tzung des Landesverwaltungsamts zum Sicherheitskonzept. Darin werden unter anderem der Zufahrtsschutz und die Organisation der SicherheitskrĂ€fte bemĂ€ngelt. Es könne daher keine Zustimmung zum Sicherheitskonzept geben, heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Verwaltungsamt weist darauf hin, dass die Stadt selbst um eine fachliche Stellungnahme gebeten habe. 

Stadt und Veranstalter, die ĂŒberwiegend stĂ€dtische Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH, kritisieren, die Sichtweise des Verwaltungsamts, dass allein durch den Betrieb des Weihnachtsmarkts ein Anschlagsziel und damit eine konkrete Gefahr entstehe. Damit werde der Veranstalter der Risikoverursacher und somit haftbar, teilte die Weihnachtsmarkt GmbH mit. 

Vor gut einem Jahr war ein Mann mit einem 340 PS starken Mietwagen ĂŒber den Weihnachtsmarkt gefahren und hatte sechs Menschen getötet und mehr als 300 zum Teil schwer verletzt. Am Montag begann in Magdeburg der Prozess gegen den Angeklagten aus Saudi-Arabien.

Schaustellerbund: Absage wÀre Kapitulation des Staates

Der StĂ€dte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt sieht durch die EinschĂ€tzung der Behörde eine große Verunsicherung bei vielen StĂ€dten im Land. Es könne nicht sein, dass das Landesverwaltungsamt aus vermutetem Selbstschutz heraus den Kommunen diese Aufgaben aufdrĂŒcken wolle, sagte der PrĂ€sident des StĂ€dte- und Gemeindebundes, Andreas Dittmann (SPD). «Diese Haltung bringt nicht nur den Magdeburger Weihnachtsmarkt in Gefahr.» 

Der Deutsche Schaustellerbund teilte mit, der Veranstalter und alle fĂŒr diese Sicherheit verantwortlichen Akteure hĂ€tten ein Jahr Zeit gehabt, ihr Konzept und die festgestellten Defizite zu korrigieren. «Ein Ausfall des Magdeburger Weihnachtsmarkts ist unter keinen UmstĂ€nden zu akzeptieren.» Dies kĂ€me einer Kapitulation des Staates gleich. «Wir sind nicht bereit, einen Streit der Verwaltungen auf unserem RĂŒcken austragen zu lassen», sagte PrĂ€sident Albert Ritter.

@ dpa.de