Bayern, BWB

Innenminister der LĂ€nder uneins ĂŒber ZurĂŒckweisungen an Grenze

18.03.2026 - 16:26:12 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Bundesregierung gerĂ€t unter Druck, die anhaltenden ZurĂŒckweisungen von Asylsuchenden an deutschen Grenzen zu rechtfertigen.?"Das juristische Eis wird immer dĂŒnner", sagte der Konstanzer Asylrechtler?Daniel Thym?dem Nachrichtenmagazin "Focus"."Das liegt zum einen daran, dass eine?Ausnahmesituation?schwerer anzunehmen sein wird." Außerdem tritt am 12.

Deutsche Grenzkontrolle (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Deutsche Grenzkontrolle (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Juni 2026 das?neue Gemeinsame EuropÀische Asylsystem?in Kraft. "Damit kann sich die Bundesregierung nur noch schwer darauf berufen, dass ihr die Anwendung der regulÀren EU-Regeln unzumutbar wÀre, weil diese nicht funktionieren", sagte Thym.

Die ZurĂŒckweisungen sind europarechtlich hochumstritten, denn eigentlich sind die Mitgliedstaaten angehalten,?AsylantrĂ€ge zu prĂŒfen. Die Bundesregierung beruft sich allerdings auf einen sogenannten EU-Notstands-Artikel, der es ermöglicht,?nationales Recht ĂŒber europĂ€isches Recht?zu stellen, wenn?"eine Gefahr fĂŒr die öffentliche Sicherheit und Ordnung"?besteht. Auch unter den Ressortchefs der 16 LĂ€nder ist man sich uneinig ĂŒber die FortfĂŒhrung der ZurĂŒckweisungen.

Die Innenminister der Union halten an der Maßnahme fest. "Ich unterstĂŒtze die Entscheidung des Bundesinnenministers, an den Grenzkontrollen festzuhalten", sagte Baden-WĂŒrttembergs Migrations- und Justizministerin Marion Gentges dem "Focus". "Die Grenzkontrollen haben einen deutlichen Effekt auf die zurĂŒckgehenden Migrationszahlen in Deutschland", so die CDU-Politikerin.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sieht die ZurĂŒckweisungen als "weltweites Signal fĂŒr die Migrationswende". Die Zeit der naiven Migrationspolitik sei vorbei. "Solange die europĂ€ischen Außengrenzen nicht konsequent gesichert sind, mĂŒssen wir weiter nationale Verantwortung ĂŒbernehmen."

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sieht durch die ZurĂŒckweisungen den ersten Schritt der Asylwende als gelungen an. "Im zweiten Schritt der Asylwende legen wir den Fokus klipp und klar auf die Durchsetzung der Ausreisepflicht."

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) ist hingegen skeptischer. "Die Frage der rechtlichen Bewertung ist noch nicht abschließend geklĂ€rt", sagt die SPD-Politikerin. "Eine Notlage kann ich mit Blick auf Niedersachsen angesichts der auch in diesem Jahr noch einmal deutlich gesunkenen Zugangszahlen nicht erkennen", rĂ€umt sie ein. Die SPD-Politikerin warnt auch vor einer Überlastung der Bundespolizei. "Entscheidend ist aus der LĂ€nderperspektive, dass die Bundespolizei auch weiterhin in der Lage ist, ihre vielfĂ€ltigen anderen Aufgaben vollstĂ€ndig zu bewĂ€ltigen." Dazu gehörten beispielsweise die Sicherung von Bahnhöfen und FlughĂ€fen oder die UnterstĂŒtzung der LĂ€nder bei RĂŒckfĂŒhrungen.

Bremens Integrationssenatorin Claudia Schilling (SPD) ist ebenfalls kritisch: "Jeder Mensch hat Anspruch auf ein rechtsstaatliches Asylverfahren", sagt sie. Dieses mĂŒsse gewĂ€hrleistet sein. "Aus arbeits- und sozialpolitischer Sicht ist mir wichtig, dass wir den Blick auch auf Integration und Teilhabe richten", sagt Schilling. "Viele der Menschen, die zu uns kommen, sind jung und bringen Potenziale mit, die wir angesichts des FachkrĂ€ftemangels auf dem Arbeitsmarkt nicht ungenutzt lassen sollten."

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