EU, Polen

Bundesregierung meldet stationĂ€re Grenzkontrollen in BrĂŒssel an

16.10.2023 - 11:58:30

Die Bundesregierung hat sich nach langem Zögern offenbar fĂŒr die Anmeldung stationĂ€rer Grenzkontrollen an weiteren Grenzabschnitten entschieden, will diese aber zunĂ€chst noch nicht durchfĂŒhren.

Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf Kreise der SPD und des Innenministeriums. Demnach soll es um die Abschnitte zu Polen, Tschechien und der Schweiz gehen.

Noch am Montag bespreche Innenministerin Nancy Faeser (SPD) mit ihren Kollegen aus diesen Staaten diesbezĂŒglich das weitere Vorgehen. Innerhalb des Schengenraumes sind eigentlich nur Schleierfahndungen, also verdachtsunabhĂ€ngige Kontrollen, im Grenzraum vorgesehen. Wenn ein Staat dennoch stationĂ€r kontrollieren möchte, muss er dies in BrĂŒssel "notifizieren", also anmelden. Wie die "Welt" schreibt, sei die Anmeldung aber nur "prĂ€ventiv" zu verstehen, falls das Szenario eintrete, dass beispielsweise demnĂ€chst einige LĂ€nder vermehrt Migranten nach Deutschland durchwinken wĂŒrden. Es wird also demnach zunĂ€chst keine weiteren stationĂ€ren Grenzkontrollen geben, aber die rechtlich notwendige Voraussetzung geschaffen, falls man sie brĂ€uchte. Trotz Beantragung der Notifizierung blieben die Maßnahmen an den Grenzen so wie sie sind, heißt es aus der SPD-Spitze. Bisher gibt es lediglich an der Grenze zwischen Bayern und Österreich stationĂ€re Kontrollen, sie werden seit 2015 halbjĂ€hrlich verlĂ€ngert. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Alexander Throm (CDU), sagte der Zeitung: "Die Notifizierung der Grenzen ist ĂŒberfĂ€llig. Aber sie erfordert dann auch zwingend die EinfĂŒhrung von stationĂ€ren Grenzkontrollen - alles andere macht keinen Sinn. Bundesinnenministerin Nancy Faeser darf nicht erneut auf halben Wegen stehen bleiben." Heiko Teggatz, Chef der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft, sagte der "Welt", dass er es ausdrĂŒcklich begrĂŒĂŸe, "dass der Bundeskanzler die Grenze notifiziert". Dies sei richtig, auch weil vermutlich eine "weitere Fluchtwelle aus dem Nahen Osten in Richtung Europa und Deutschland rollt und wir nicht ausschließen können, dass sich unter den FlĂŒchtenden auch Hamas oder Hisbollah-Terroristen befinden könnten", so Teggatz. "Wir mĂŒssen also definitiv wissen: Wer kommt woher und warum in unser Land? Das erreicht man am besten, in dem man stationĂ€r lĂŒckenlos kontrolliert - wie wir es seit Monaten fordern", sagte der Polizeigewerkschaftler.

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