HausÀrzte machen gegen Spargesetz mobil
03.06.2026 - 11:52:16 | dpa.de
Der HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverband macht mit einer bundesweiten Protestkampagne gegen die SparplĂ€ne der schwarz-roten Koalition bei den Gesundheitsausgaben mobil. «Die angedachten KĂŒrzungen sind vollkommen plan- und wahllos», sagte die Co-Vorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth. «Damit legt man die Axt ohne RĂŒcksicht auf Verluste an die Wurzel der hausĂ€rztlichen Versorgung.» Sie warnte vor negativen Folgen wie weniger Praxen, schlechterer Versorgung und lĂ€ngeren Wartezeiten.
Der Verband plant eine E-Mail Aktion, bei der Patientinnen und Patienten sich an ihre jeweiligen Bundestagsabgeordneten wenden können. DafĂŒr sollen die knapp 50.000 Hausarztpraxen Plakate und Informationsmaterial zugeschickt bekommen. In einem Muster-Text fĂŒr die E-Mails heiĂt es unter anderem: «Bereits jetzt arbeitet meine Praxis stĂ€ndig am Limit. Durch die nun geplanten KĂŒrzungen wird sich die Situation weiter verschĂ€rfen.»
Sparpaket von insgesamt 16 Milliarden Euro
Das vom Kabinett auf den Weg gebrachte Sparpaket soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten, um ein erwartetes Defizit auszugleichen und höhere ZusatzbeitrĂ€ge zu vermeiden. Ministerin Nina Warken (CDU) plant Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und der Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.
Der HausĂ€rzteverband kritisiert unter anderem die geplante Streichung von Extra-VergĂŒtungen etwa fĂŒr Organspendeberatung und dass eine kĂŒrzliche vorgenommene Abschaffung von Obergrenzen fĂŒr die Honorare von HausĂ€rztinnen und HausĂ€rzten teilweise zurĂŒckgenommen werden solle.
