Weltpolitik

Berlin will keine palÀstinensischen MÀrtyrerrenten finanzieren

27.10.2025 - 06:30:00

Die Bundesregierung will verhindern, dass palĂ€stinensische Behörden kĂŒnftig mit deutschen oder europĂ€ischen Hilfsgeldern TĂ€ter oder Sympathisanten des Terrors und der Hamas unterstĂŒtzen.

Das geht aus einer Antwort des Ministeriums fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hervor, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Anlass waren israelische Medienberichte, wonach PalĂ€stinenser, die nach dem Waffenstillstand aus der Haft in Israel entlassen wurden, Summen von bis zu 700.000 Dollar von der PalĂ€stinenserbehörde erhalten hĂ€tten. Nach Angaben des BMZ, das von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) geleitet wird, will Deutschland der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde weder ĂŒber bilaterale Entwicklungshilfe noch ĂŒber Geld der EuropĂ€ischen Union die Möglichkeit geben, sogenannte MĂ€rtyrerrenten an Hamas-Terroristen oder deren Hinterbliebene zu zahlen.

Das BMZ plane aber weiterhin, die palĂ€stinensische Behörde unter ihrem PrĂ€sidenten Mahmud Abbas projektbezogen zu unterstĂŒtzen und sich zudem am Wiederaufbau in Gaza zu beteiligen. Abbas hatte auf Druck der Vereinigten Staaten die "MĂ€rtyrerzahlungen" Anfang des Jahres offiziell einstellen lassen, nachdem auch Beteiligte am TerrorĂŒberfall auf Israel vom 7. Oktober 2023 diesen Lohn erhalten hatten. Das Entwicklungsministerium erklĂ€rte dazu auf Nachfrage: "Im Februar 2025 kĂŒndigte die PalĂ€stinensische Behörde die formale Abschaffung der sogenannten ?MĂ€rtyrerrenten` an. Das Sozialsystem wird nun bedĂŒrfnisorientiert reformiert." Und weiter heißt es: "Bis die Reformen abgeschlossen sind, fließen auch ĂŒber den EU-PEGASE-Mechanismus keine Gelder in das Sozialhilfe-System der PalĂ€stinensischen Behörde. Die EU stellte fĂŒr November einen Bericht dazu in Aussicht." Das israelische Nachrichtenportal Ynet hatte berichtet, es gebe Zahlen, nach denen 160 der im Rahmen des Abkommens aus israelischer Haft entlassenen PalĂ€stinenser "MillionĂ€re" geworden seien, was sich auf die israelische WĂ€hrung bezog. Insgesamt hĂ€tten die genannten Personen 70 Millionen Dollar erhalten.

@ dts-nachrichtenagentur.de