Gewerkschaft, FinanzÀmter-Fokus

Gewerkschaft: FinanzÀmter-Fokus auf Bargeldbranchen legen

20.08.2024 - 01:05:35

Die Deutsche Steuergewerkschaft schÀtzt, dass Steuern in zweistelliger Milliardenhöhe in Branchen mit vielen Bargeldzahlungen hinterzogen werden. FinanzÀmter sollten deshalb ihr Vorgehen Àndern.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG), Florian Köbler, hat einen Strategiewechsel der FinanzĂ€mter gefordert, um gezielter gegen SteuerbetrĂŒger in Branchen mit vielen Bargeldzahlungen vorzugehen. Dazu zĂ€hlen unter anderem Friseursalons, BĂ€ckereien, Metzger, Einzelhandelsunternehmen, der Kfz-Handel, Eisdielen und Restaurants. 

«Nötig ist zum Beispiel eine vernĂŒnftige digitale Risikoanalyse durch das Finanzamt. HauptsĂ€chlich die FĂ€lle, bei denen es im Risikosystem zu AuffĂ€lligkeiten kommt, werden dann genauer geprĂŒft», sagte Köbler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag). So könnten sich die FinanzĂ€mter auf FĂ€lle konzentrieren, bei denen auch wirklich betrogen werde.

Das Risiko, als SteuerbetrĂŒger in der sogenannten Bargeldbranche entdeckt zu werden, sei nach wie vor zu gering, sagte Köbler. Kleinstunternehmer wĂŒrden durchschnittlich nur alle 80 Jahre geprĂŒft. Der Schaden sei entsprechend hoch. «Wir rechnen damit, dass es 16 Milliarden Euro an Steuern sind, die direkt in den bargeldintensiven Bereichen hinterzogen werden. Der gesamtwirtschaftliche Schaden, also auch zum Beispiel durch nicht gezahlte Renten- und SozialbeitrĂ€ge und unterschiedlichen Steuerarten, dĂŒrfte bei knapp 70 Milliarden Euro im Jahr liegen.»

Dagegen sei das Potenzial des Steuerbetrugs bei Arbeitnehmern und Rentnern deutlich geringer, sagte Köbler. FinanzÀmter sollten sich deshalb nicht im Klein-Klein verlieren. 

 

@ dpa.de