Ifo, Stagnation

Ifo: Ende der Stagnation - Wirtschaft wÀchst 2026 krÀftig

12.06.2025 - 10:34:22

Die deutsche Wirtschaft ist seit bald drei Jahren in der Krise gefangen. Doch das wird nicht so bleiben, prophezeit das Ifo-Institut.

Die deutsche Wirtschaft wird nach der neuen Konjunkturprognose des Ifo-Instituts 2026 ihre seit drei Jahren anhaltende Dauerkrise ĂŒberwinden. Die MĂŒnchner Wirtschaftsforscher haben ihre Konjunkturprognose fĂŒr das kommende Jahr deutlich erhöht: Das Bruttoinlandsprodukt könnte demnach um 1,5 Prozent zulegen, das wĂ€re fast doppelt so viel wie die ursprĂŒnglich angenommenen 0,8 Prozent. Ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user und seine Kollegen erhöhten auch die Prognose fĂŒr dieses Jahr ganz leicht von 0,2 auf 0,3 Prozent. «Die Krise der deutschen Wirtschaft hat im Winterhalbjahr ihren Tiefpunkt erreicht», sagte WollmershĂ€user. 

Ein Grund fĂŒr den erwarteten Schub ist das angekĂŒndigte Wachstumspaket der neuen Bundesregierung. Die MĂŒnchner Ökonomen schĂ€tzen den wirtschaftlichen Effekt der angekĂŒndigten Ausgabenerhöhungen, Steuersenkungen und Investitionen in diesem Jahr auf 10 Milliarden Euro, im kommenden auf 57 Milliarden Euro. 

Prinzip Hoffnung in Sachen Trump

Allerdings basiert die erhöhte Prognose zu einem guten Teil auf der Annahme, dass der von der US-Regierung angezettelte Handelskonflikt mit der EU ein gutes Ende nehmen wird. «Der zunehmende Optimismus speist sich vermutlich auch aus der Hoffnung, dass mit der neuen Koalition der wirtschaftspolitische Stillstand endet und es im Handelsstreit mit den USA zu einer Einigung kommen wird», sagte WollmershÀuser zu den Erwartungen der Unternehmen. Schon im ersten Quartal 2025 habe die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent krÀftig zugelegt, allerdings vor allem wegen vorgezogener Exporte in die USA, aber auch wegen höheren privaten Konsums und gestiegener Investitionen. 

US-Politik bleibt Risiko

Da der europĂ€ische Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten bislang nicht gelöst ist, sehen die Wirtschaftsforscher weiter Risiken in der US-Handelspolitik. Die von US-PrĂ€sident Donald Trump bereits erhöhten Einfuhrzölle auf derzeitigem Niveau wĂŒrden laut Ifo das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um 0,1 Prozentpunkte und 2026 um 0,3 Prozentpunkte senken. Bei einer Einigung im Handelskonflikt könnte das Wachstum höher ausfallen, bei einer Eskalation eine erneute Rezession drohen.

Inflation und Arbeitslosenquote stabil

Einen Wiederanstieg der Inflationsrate erwartet das Institut nicht: Die Teuerung dĂŒrfte der Prognose zufolge in diesem Jahr bei 2,1 Prozent und im Jahr 2026 bei 2,0 Prozent liegen. Auch die Arbeitslosenquote könnte demnach 2026 wieder leicht sinken. Die Ifo-Ökonomen rechnen mit 6,3 Prozent in diesem und 6,1 Prozent im nĂ€chsten Jahr.

Auch andere Ökonomen sehen Aufschwung 2026

Das Institut fĂŒr Weltwirtschaft Kiel (IfW) erhöhte seine Prognose fĂŒr das kommende Jahr um einen Zehntelprozentpunkt auf 1,6 Prozent. FĂŒr das laufende Jahr hoben die Ökonomen ihre Vorhersage von 0,0 auf ebenfalls 0,3 Prozent an. «Die FrĂŒhindikatoren bestĂ€tigen unsere EinschĂ€tzung, dass die Industrie nach zweijĂ€hriger Talfahrt nun – auf niedrigem Niveau – ihren Boden gefunden hat», erklĂ€rte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. 

Der Grund fĂŒr die Entwicklung sei vor allem in der Binnenwirtschaft zu finden. «So steigt der private Konsum nach zweijĂ€hriger Durststrecke wieder merklicher, und auch die Unternehmensinvestitionen drehen nach und nach ins Plus.»

@ dpa.de