«Auf den Hintern bekommen»: Handballer unterliegen DÀnemark
21.01.2025 - 22:18:58Alfred Gislason saĂ nach der ersten WM-Pleite der deutschen Handballer bedröppelt auf seinem Stuhl und verfolgte mit leerem Blick die Jubel-Feierlichkeiten des groĂen Gold-Favoriten DĂ€nemark. Beim deutlichen 30:40 (18:24) vor 15.000 Fans in Herning kassierte die DHB-Auswahl die erste Turnier-Niederlage und damit einen kleinen RĂŒckschlag auf dem Weg ins Viertelfinale.
Gislason beklagt «zu viele Fehler»
«NatĂŒrlich war das Ergebnis zu hoch. Uns fehlt es ein bisschen vorne, da machen wir zu viele Fehler», sagte Gislason in der ARD. Mit dem benötigten perfekten Abend wurde es nichts. «Wir brauchen, um DĂ€nemark richtig in Probleme zu bringen, eine sehr gute Abwehr, eine sehr gute TorhĂŒterleistung und weniger FehlwĂŒrfe vorne.» Bei der klaren Zehn-Tore-Niederlage passte dafĂŒr viel zu viel nicht.
Beste Werfer fĂŒr die DHB-Auswahl waren Julian Köster und Timo Kastening mit jeweils sechs Toren. «Ich glaube, dass wir gar nicht so ein schlechtes Spiel gemacht haben. Auch wenn wir am Ende mit zehn auf den Hintern bekommen. An unseren Zielen Ă€ndert sich nichts», sagte Kastening, der auf ein mögliches Wiedersehen im Halbfinale verwies.
Hinter dem Olympiasieger und Co-Gastgeber aus DĂ€nemark (6:0), der sein 32. WM-Spiel in Serie gewann, weist die deutsche Mannschaft als Gruppenzweiter nun wie Italien 4:2 Punkte auf.
Italien-Duell hat Endspiel-Charakter
Somit hat das anstehende Duell mit den Italienern, die zuvor beim 25:18 gegen Tschechien den dritten Sieg bei dieser Endrunde gefeiert hatten, fĂŒr die DHB-Auswahl bereits Endspiel-Charakter. Eine Niederlage am Donnerstag (18.00 Uhr) wĂŒrde schon vor dem abschlieĂenden Spiel gegen Tunesien praktisch das Aus fĂŒr den Olympia-Zweiten in der Hauptrunde und damit das vorzeitige Ende aller MedaillentrĂ€ume bedeuten.Â
Mit zwei Siegen in den ausstehenden Hauptrundenspielen wĂŒrde das DHB-Team das Ticket fĂŒrs Viertelfinale aber aus eigener Kraft lösen. «Wenn wir verlieren, stehen unsere Chancen trotzdem sehr gut, da wir weiter alles in unserer Hand haben», hatte Spielmacher Juri Knorr schon vor dem Spiel gegen die DĂ€nen gesagt.
DHB-Team schnell auf der VerliererstraĂe
In der Neuauflage des mit 26:39 deutlich verlorenen Olympia-Endspiels vertraute Gislason im Tor zunĂ€chst auf David SpĂ€th, der zum Vorrunden-Abschluss gegen Tschechien geglĂ€nzt hatte. Das DHB-Team hatte dem dĂ€nischen Angriffswirbel aber von Beginn an wenig entgegenzusetzen und lag nach nicht einmal vier Minuten mit drei Toren zurĂŒck.
Zwar stemmten sich Knorr & Co. mit aller Macht gegen den Tempo-Handball der DĂ€nen. Stoppen konnten sie den groĂen WM-Favoriten aber nicht. Beim 12:7 lagen die Hausherren erstmals mit fĂŒnf Toren vorn. Immerhin lief es im Angriff besser als in den Vorrundenpartien, in denen die DHB-Auswahl enorme Anlaufschwierigkeiten gezeigt hatte.Â
Zudem prĂ€sentierte sich Deutschland bei den Siebenmetern deutlich verbessert. Kastening verwandelte in der ersten Halbzeit vier von fĂŒnf StrafwĂŒrfen sicher. Doch in der Defensive bekamen die DHB-Spieler keinen Zugriff.Â
Torwart-Wechsel verpufft
Beim 16:10 fĂŒr die DĂ€nen reagierte Gislason mit einem Torwarttausch. Andreas Wolff kam fĂŒr SpĂ€th, blieb aber weitgehend genauso glĂŒcklos wie sein Teamkollege. Immer wieder kombinierten sich Welthandballer Mathias Gidsel & Co. durch die deutsche Abwehr. Zur Pause war die Partie bereits entschieden.
Auch nach dem Wechsel dominierten die von ihren begeisterten Fans frenetisch angefeuerten DĂ€nen und nutzten die groĂen LĂŒcken in der deutschen Abwehr gnadenlos aus. Der oftmals machtlose Wolff zuckte immer wieder fassungslos mit den Schultern. Zwar schöpfte das DHB-Team beim 22:26 noch einmal Hoffnung, doch die Wende gelang nicht mehr. DafĂŒr war DĂ€nemark einfach zu stark.


