Experten halten Kliniken fĂŒr unzureichend auf Kriegsfall vorbereitet
13.12.2024 - 05:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de
Die deutschen KrankenhÀuser sind offenbar nicht auf einen Katastrophen- oder Kriegsfall vorbereitet.
Krankenhaus zur Weihnachtszeit (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
MĂŒssten massenhaft Verletzte versorgt werden, drohten Personal- und KoordinierungsmĂ€ngel, sagten Fachpolitiker und Top-Mediziner dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe).
"Den deutschen Kliniken wĂŒrde im Katastrophenfall zu oft Personal und vor allem digitale AbwehrfĂ€higkeit fehlen", sagte Peter Bobbert, Digitalisierungsexperte der BundesĂ€rztekammer, der Zeitung. "Viele Cyberattacken gelingen schon heute, ein orchestrierter Angriff auf die IT-Infrastruktur mehrerer KrankenhĂ€user wĂ€re verheerend."
"Unsere KrankenhĂ€user stehen vor einer Zeitenwende und sind auf einen militĂ€rischen BĂŒndnisfall nicht vorbereitet", sagte Bayerns ehemaliger Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) dem Verein "Gesundheitsstadt Berlin" und dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe).
"Das gilt auch fĂŒr die BundeswehrkrankenhĂ€user." Alles mĂŒsse auf PrĂŒfstand, die neue Bundesregierung sich sofort der Resilienz der Kliniken widmen. Dass man auf mögliche Krisen nicht ausreichend vorbereitet sei, darunter militĂ€rische Konfrontationen, groĂe Fluchtbewegungen, Cyberattacken oder TerroranschlĂ€ge, schreibt auch der Expertenrat "Gesundheit und Resilienz", den Kanzler Olaf Scholz (SPD) im MĂ€rz eingesetzt hatte.
Der GrĂŒnen-Politiker Thomas Götz, der GesundheitsstaatssekretĂ€r in Berlin und Brandenburg war, warnte, vielerorts seien die AblĂ€ufe im Ernstfall nicht eingespielt genug. Es drohten Absprache-Probleme zwischen den LĂ€ndern und mit Bundesbehörden, sagte er der Zeitung.
In Sicherheitskreisen wird ein möglicher Angriff auf das Baltikum durchgespielt. Das wĂ€re ein Nato-BĂŒndnisfall.
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