KMK-PrĂ€sidentin: LĂ€nder brauchen Klarheit ĂŒber neuen Digitalpakt
19.05.2024 - 03:54:08Im Streit um die WeiterfĂŒhrung des milliardenschweren Förderprogramms zur Digitalisierung der Schulen dringen die LĂ€nder auf ein rasches Einlenken des Bundes. «Wir wissen im Moment leider nicht, in welcher Höhe sich der Bund an dem Programm in Zukunft beteiligen will. Und das macht uns eigentlich handlungsunfĂ€hig», sagte die PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die saarlĂ€ndische Ressortchefin Christine Streichert-Clivot (SPD), der Deutschen Presse-Agentur in SaarbrĂŒcken.
An dem Mitte Mai ausgelaufenen ersten Digitalpakt hatte sich der Bund seit 2019 mit 6,5 Milliarden Euro beteiligt. Damit hatte er 90 Prozent der Ausgaben fĂŒr die Digitalisierung in den Schulen finanziert. Die restlichen zehn Prozent wurden von LĂ€ndern und Kommunen getragen.Â
FĂŒr die Neuauflage der fĂŒnfjĂ€hrigen Förderung im Digitalpakt 2.0 fordern die LĂ€nder vom Bund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. «Jetzt geht der Bund davon aus, dass es eine 50 zu 50 Finanzierung gibt», sagte die saarlĂ€ndische Ministerin. «Diese Entscheidung hat der Bund allerdings alleine getroffen.» Sie beruhe angesichts der angespannten Haushaltslage des Bundes auf einer Vorgabe aus dem Finanzministerium, ĂŒberfordere aber die LĂ€nder. Die Zusagen, die die LĂ€nder Anfang des Jahres noch vom Bund bekommen hĂ€tten, seien im Grunde genommen jetzt zurĂŒckgenommen worden.
Die digitale Welt werde die Arbeitswelt und das Zusammenleben in der Zukunft massiv beeinflussen. «Und wir mĂŒssen Kinder darauf vorbereiten», sagte die Ministerin. Dabei spiele die Finanzlage der LĂ€nder und der Kommunen durchaus eine Rolle. «Hier hat der Bund meines Erachtens auch den Auftrag, ausgleichend zu wirken. Insofern geht es hier nicht nur um Bildungsfragen. Sondern um Infrastrukturfragen, die die ganze Bundesrepublik betreffen.»
Die SPD-Politikerin verwies darauf, dass die LĂ€nder keine Investitionsentscheidungen mehr treffen könnten, solange nicht klar sei, wie es weitergehe. Der LĂ€nderanteil mĂŒsste in den jeweiligen Haushalten eingeplant werden. «Aber wir kommen da auch erst weiter, wenn wir wissen, was der Digitalpakt wirklich mit sich bringt. Im Moment stecken wir da alle fest.»
Material wie Laptops oder digitale Tafeln mĂŒssten ersetzt werden, inhaltliche VerĂ€nderungen seien ebenfalls nötig â und vor allem mĂŒsse Personal weiterbeschĂ€ftigt werden: «Ich muss planen und in Aussicht stellen können, dass ich bestimmte Arbeiten brauche.»
«Die Haushaltslage ist im Bund angespannt. Sie ist in den LĂ€ndern nicht rosig und in den Kommunen schon gar nicht», sagte die Ministerin. «Und deswegen mĂŒssen wir da gemeinsam darĂŒber beraten: Welche Möglichkeiten haben alle Seiten und wie kriegen wir das gut auf den Weg gebracht?»Â
Sie sehe keine groĂen inhaltlichen Probleme. In den letzten Jahren sei die technische Infrastruktur an den Schulen massiv verbessert worden. Diese Strukturen mĂŒssten auf Dauer finanziell gesichert werden. «Die Frage der Finanzierungshöhe ist definitiv eine, die mir momentan Sorge macht.»
Im Juni will die SPD-Politikerin bei der Konferenz der KMK im Saarland den Digitalpakt erneut zum Thema machen. Die Haushaltsplanung des Bundes sehe vor, dass man dort Anfang Juli den nĂ€chsten Schritt gehen wolle. «Unsere Hoffnung lĂ€nderseitig ist natĂŒrlich, dass dort eine Hausnummer auf dem Tisch liegt, mit der man arbeiten kann. Aber das ist im Moment noch nicht der Fall.»


