Privathaushalte stĂŒtzen die Energiewende
12.09.2024 - 07:05:04 | dpa.deEin knappes Drittel (31 Prozent) der Privathaushalte nutzt bereits mindestens eine der einschlÀgigen Technologien der Energiewende, wie aus dem "Energiewendebarometer" der staatlichen KfW-Bank hervorgeht. Das sind 12,9 Millionen Haushalte. Besonders verbreitet sind Photovoltaikanlagen, die bereits 15 Prozent der Haushalte bei sich installiert haben.
Weitere rund 6 Prozent der Haushalte wollen in den kommenden zwölf Monaten mindestens eine Energiewendetechnologie anschaffen. GrundsĂ€tzlich zĂ€hlt die KfW dazu WĂ€rmepumpen, Photovoltaik, Solarthermie, Batteriespeicher, Kraft-WĂ€rme-Kopplungen, Holzpelletheizungen und Elektroautos. All diese GerĂ€te sollen die Treibhausgasemissionen senken. Laut Zahlen des Umweltbundesamts hat der GebĂ€udesektor im vergangenen Jahr mit 102 Millionen Tonnen Co2 den Zielwert leicht ĂŒberschritten.
Nach den EnttĂ€uschungen rund um das umstrittene GebĂ€udeenergiegesetz ist allerdings die allgemeine Zustimmung der Befragten zurĂŒckgegangen. Noch rund 82 Prozent der Befragten fanden demnach die Energiewende wichtig oder sehr wichtig. Bei der gleichen Frage hatten im Vorjahr noch 88 Prozent zugestimmt. Die Bereitschaft zur eigenen Mitwirkung sank sogar von 68 Prozent auf 60 Prozent. Studienleiter Daniel Römer sieht in den Ergebnissen eine gewisse Verunsicherung der Bevölkerung. Es gebe aber weiterhin eine ĂŒberwĂ€ltigende Mehrheit, welche die Energiewende positiv beurteilt.
Besonders dynamisch ist im vergangenen Jahr die Anschaffung von Batteriespeichern gewachsen, die hĂ€ufig in Verbindung mit Photovoltaik installiert werden, um den eigenen Sonnenstrom besser nutzen zu können. Derartige Speicher sind in 6,7 Prozent der Haushalte vorhanden, was auch der Quote von Elektroautos entspricht. WĂ€rmepumpen und Pelletheizungen besitzen jeweils 6,4 Prozent der Haushalte und eine Solarthermieanlage fĂŒr Warmwasser 9,1 Prozent.
Bei Investitionsentscheidungen stehen fĂŒr die Befragten die eigenen wirtschaftlichen Vorteile klar im Vordergrund. Kosteneinsparung ist der meistgenannte Grund fĂŒr die Anschaffung von Energiewendetechnologien. Der Klimaschutz kommt erst an zweiter Stelle vor dem Wunsch, unabhĂ€ngiger vom Energieversorger zu werden.
Viele Menschen nennen aber auch Hemmnisse zur Umsetzung einzelner MaĂnahmen. Am hĂ€ufigsten wird mit 41 Prozent fehlende Finanzmittel genannt. 37 Prozent zweifeln an der RentabilitĂ€t der jeweiligen Investition. Weitere GrĂŒnde sind fehlende Handwerker oder Zeitmangel, sich mit der komplexen Materie auseinandersetzen.
Die Befragung mit mehr als 6000 Teilnehmern hat auch deutliche regionale Unterschiede aufgezeigt. So gibt es in SĂŒddeutschland (41 Prozent) deutlich mehr Energiewendehaushalte als in Ostdeutschland (24 Prozent). Die Zahlen steigen aber in allen Landesteilen an. In den GroĂstĂ€dten ist der Anteil der Teilnehmer an der Energiewende am geringsten. Hier gibt es viele Mieter und weniger HauseigentĂŒmer als auf dem Land. Die Menschen in der Stadt sind daher hĂ€ufiger auf die Zustimmung der Vermieter oder MiteigentĂŒmer angewiesen.
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