Zuzahlungen fĂŒr Pflege im Heim weiter gestiegen
11.01.2024 - 09:13:38FĂŒr PflegebedĂŒrftige im Heim sind selbst zu tragende Zahlungen trotz höherer EntlastungszuschlĂ€ge weiter gestiegen. Zum 1. Januar waren im ersten Jahr im Heim im bundesweiten Schnitt 2576 Euro pro Monat aus eigener Tasche fĂ€llig - 165 Euro mehr als Anfang 2023, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab. Sie liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
Die EntlastungszuschlÀge, die mit lÀngerem Heimaufenthalt steigen, waren zum 1. Januar angehoben worden. Mit dem höchsten Zuschlag ab dem vierten Jahr im Heim stieg die Zuzahlung nun im Schnitt auf 1750 Euro im Monat. Das waren 79 Euro mehr als zum 1. Januar 2023.
In den Summen ist zum einen der Eigenanteil fĂŒr die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trĂ€gt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. FĂŒr Heimbewohner kommen dann noch Kosten fĂŒr Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen hinzu. Seit 2022 gibt es neben den Zahlungen der Pflegekasse besondere EntlastungszuschlĂ€ge, die mit einer Reform der Ampel-Koalition gerade zum 1. Januar erhöht wurden. Der Eigenanteil fĂŒr die reine Pflege wird so im ersten Jahr im Heim um 15 statt 5 Prozent gedrĂŒckt, im zweiten um 30 statt 25 Prozent, im dritten um 50 statt 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 statt 70 Prozent.
Die höheren ZuschlĂ€ge bremsten den Kostenanstieg nun stĂ€rker ab. Laut der Auswertung stieg aber auch der Eigenanteil nur fĂŒr die reine Pflege weiter - ohne ZuschlĂ€ge im Schnitt auf 1377 Euro im Monat zum 1. Januar. Das waren 238 Euro mehr als Anfang 2023. Hintergrund sind auch höhere Personalkosten fĂŒr dringend gesuchte PflegekrĂ€fte.
Die Chefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte: «Die HeimplĂ€tze sind fĂŒr die PflegebedĂŒrftigen erneut teurer geworden.» Die höheren ZuschĂŒsse der Pflegekassen kompensierten den Anstieg nur zum Teil. WĂŒrden die LĂ€nder ihr politisches Bekenntnis einhalten und Investitionskosten der Heime ĂŒbernehmen, wĂŒrden PflegebedĂŒrftige um aktuell 485 Euro monatlich entlastet. Der Verband erwartet fĂŒr die EntlastungszuschlĂ€ge eine Summe von etwa 5,5 Milliarden Euro 2024.
Ausgewertet wurden den Angaben zufolge VergĂŒtungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen BundeslĂ€ndern. Die Daten beziehen sich auf Bewohner mit den Pflegegraden 2 bis 5.


