Gesellschaft, Parteien

Umfrage: EnttĂ€uschung ĂŒber Regierungspolitik stĂ€rkt AfD am meisten

13.11.2025 - 05:00:00

Die EnttĂ€uschung ĂŒber die Regierungspolitik stĂ€rkt die AfD in Deutschland am meisten.

Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest unter 1.300 Wahlberechtigten fĂŒr den "Deutschlandtrend" der ARD ergeben. Unter fĂŒnf vorgegebenen Aspekten, die zum Erfolg der Partei beigetragen haben, nennen die Befragten demnach "die EnttĂ€uschung ĂŒber die Politik der anderen Parteien" am hĂ€ufigsten: 60 Prozent aller und 39 Prozent der AfD-AnhĂ€nger sehen das als wichtigsten Grund. In der AnhĂ€ngerschaft der AfD folgen als GrĂŒnde "die politischen Konzepte der AfD" mit 25 Prozent und "die Art und Weise, wie Politiker der anderen Parteien mit der AfD umgehen" mit 15 Prozent.

Die "Berichterstattung ĂŒber die AfD in den Medien" spielt fĂŒr die Befragten die geringste Rolle. Je sechs Prozent bei allen und den AfD-AnhĂ€ngern geben das an. GegenwĂ€rtig trauen 27 Prozent (-5 im Vergleich zu Februar 2025) der Befragten der Union zu, die wichtigsten Aufgaben des Landes zu lösen, ĂŒber die AfD sagen das 19 Prozent (+5), ĂŒber die SPD zehn Prozent (-5), ĂŒber die GrĂŒnen sieben Prozent (-2), ĂŒber die Linke fĂŒnf Prozent (+-0). 27 Prozent (+8) trauen das aktuell keiner Partei zu. Der Aussage "Die AfD wird wieder an StĂ€rke verlieren, wenn der Bundesregierung Fortschritte auf wichtigen politischen Feldern gelingen" stimmen 69 Prozent der Befragten zu. Auch 47 Prozent der AfD-AnhĂ€nger sehen das so. Zum Umgang mit der AfD und potenziellen Folgen haben die Befragten folgende EinschĂ€tzung: Wenn Politiker anderer Parteien die AfD als "nicht demokratisch" bezeichnen, vermuten 52 Prozent der Befragten, dass dieser Sprachgebrauch die AfD stĂ€rkt, 77 Prozent der AfD-AnhĂ€nger sehen das so. 29 Prozent aller Befragten vermuten, dass dies die AfD eher schwĂ€cht. Auf Gesetze zu verzichten, wenn sie nur mit Stimmen der AfD verabschiedet werden können, wird von 60 Prozent eher als StĂ€rkung der AfD wahrgenommen, 21 Prozent gehen von einer SchwĂ€chung aus. Den Ausschluss der AfD aus dem BundestagsprĂ€sidium sehen 43 Prozent eher als schwĂ€chend fĂŒr die AfD, 31 Prozent als eher stĂ€rkend. Geteilt ist die Bevölkerung in der Frage der Zusammenarbeit der anderen Parteien mit der AfD. 40 Prozent schließen eine Zusammenarbeit anderer Parteien mit der AfD generell aus, 30 Prozent sehen sie von Fall zu Fall. 25 Prozent wollen, dass die Zusammenarbeit zwischen der AfD und anderen Parteien gesucht wird. Die AnhĂ€nger von SPD, GrĂŒnen und Linken lehnen eine Zusammenarbeit jeweils zu mehr als zwei Dritteln ab, und die der AfD befĂŒrworten sie genauso deutlich. Bei den AnhĂ€ngern der Union zeigt sich ein anderes Bild: 46 Prozent sind fĂŒr eine Zusammenarbeit von Fall zu Fall, zehn Prozent befĂŒrworten sie grundsĂ€tzlich - zusammen ist das eine Mehrheit. 41 Prozent sind gegen jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD. Mit Blick auf die Berichterstattung in den Medien Ă€ußern 42 Prozent, dass ĂŒber die AfD zu viel in den Medien berichtet werde, 26 Prozent bewerten den Umfang als gerade richtig, 19 Prozent finden, es wird zu wenig ĂŒber die AfD berichtet. Allein die AfD-AnhĂ€nger sind mehrheitlich (53 Prozent) der Ansicht, dass die AfD in den Medien zu wenig vorkomme.

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