Handelszoff, USA

Handelszoff mit USA: EU will pragmatisch nach Lösung suchen

04.02.2025 - 13:12:47

Die EU will im Handelsstreit mit US-PrÀsident Donald Trump "offen und pragmatisch" nach einer Einigung suchen.

"Wir werden bereit sein fĂŒr schwierige Verhandlungen, wo es nötig ist, und Lösungen finden, wo es möglich ist", kĂŒndigte EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen bei einer Rede vor EU-Botschaftern in BrĂŒssel an. Dabei gehe es auch darum, etwaige MissstĂ€nde zu beseitigen und die Grundlagen fĂŒr eine stĂ€rkere Partnerschaft zu schaffen.

Details nannte von der Leyen nicht. Sie machte allerdings erneut deutlich, dass die USA im Fall einer VerhĂ€ngung von neuen Zöllen auf Importe aus der EU mit Gegenmaßnahmen rechnen mĂŒssen. Man werde die eigenen Interessen immer schĂŒtzen, sagte sie. "Wann und wie auch immer das nötig ist."

Von der Leyen warnte Trump in diesem Zusammenhang auch vor einem möglichen Verlust amerikanischer Jobs durch einen Handelskrieg. EuropÀische Unternehmen beschÀftigen in den Vereinigten Staaten 3,5 Millionen Amerikaner und eine weitere Million amerikanischer ArbeitsplÀtze hÀnge direkt vom Handel mit Europa ab. "Auf beiden Seiten steht viel auf dem Spiel", sagte sie.

Trump-Äußerungen beunruhigen EU

Trump hatte kurz zuvor erneut deutlich gemacht, dass er Zölle auf Importe aus der EU verhĂ€ngen will. "Das wird definitiv fĂŒr die EuropĂ€ische Union passieren", sagte er am Wochenende. Zur Höhe der Zölle und zu möglicherweise betroffenen Produktgruppen machte der Republikaner keine konkreten Angaben. Er sagte, es gebe keinen Zeitplan, aber es werde "ziemlich bald" geschehen.

Von EU-Diplomaten hieß es zuletzt, die EuropĂ€ische Kommission habe bereits vor lĂ€ngerer Zeit mögliche Gegenmaßnahmen vorbereitet. In der ersten Amtszeit Trumps hatte die EU neue Abgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus Europa unter anderem mit Sonderzöllen auf Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson US4128221086-MotorrĂ€der und Jeans gekontert.

Botschaft an China

Neben den USA bot von der Leyen auch China GesprĂ€che ĂŒber Handelskonflikte an. Wegen zunehmender Ungleichgewichte und Risiken mĂŒsse man die wirtschaftlichen Beziehungen weiter entflechten. Aber es gebe auch Spielraum fĂŒr eine konstruktive Zusammenarbeit mit China, um Lösungen in unserem gemeinsamen Interesse zu finden. "Ich denke, wir können Vereinbarungen treffen, die unsere Handels- und Investitionsbeziehungen sogar ausweiten könnten", sagte sie.

Es sei ein schmaler Grat, den man beschreiten mĂŒsse. Aber dieser könne die EU zu einer gerechteren und ausgewogeneren Beziehung mit einem der wirtschaftlichen Giganten der Welt fĂŒhren.

@ dpa.de