Bafin-PrÀsident Branson: Finanzregulierung entschlacken
14.05.2024 - 10:11:12"Wir sollten Regelwerke systematisch vereinfachen, entschlacken und von Ăberlappungen befreien", sagte der PrĂ€sident der Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Dienstag in Frankfurt. "Gerade bei neuen Regulierungsprojekten wie denen zur Nachhaltigkeit haben wir gute Chancen, die KomplexitĂ€t deutlich zu reduzieren."
Branson betonte, es gehe nicht darum, die Umstellung auf eine klimafreundlichere Wirtschaft mit laxeren Kapitalanforderungen fĂŒr Finanzinstitute zu erkaufen. "Wir dĂŒrfen die Kalibrierung der Regulierung nicht schwĂ€chen, sonst bereiten wir den Boden fĂŒr die nĂ€chste Finanzkrise. Aber wir mĂŒssen die KomplexitĂ€t unserer Regulierung reduzieren", fĂŒhrte Branson aus. "Was wir brauchen, sind klare und proportionale Regeln, die wir Aufseher in jedem Land der EU einheitlich umsetzen."
Kleinere Unternehmen entlasten
Der Ansatz, alle GeldhĂ€user ĂŒber einen Kamm zu scheren (" One-size-fits-all"), funktioniere nicht. Einige Anforderungen an kleinere Unternehmen könnten nach Bransons Ansicht deutlich reduziert werden, etwa bei Meldepflichten und der Berechnung komplexer Risikoindikatoren. "Wir mĂŒssen auch deshalb die KomplexitĂ€t der Regulierung reduzieren, weil sie diskriminierend wirkt. Sie erschwert jungen Unternehmen den Markteintritt. Und sie belastet generell kleine Unternehmen besonders stark", argumentierte der Bafin-Chef.
Das alles gelte nicht nur fĂŒr die EU insgesamt, sondern auch fĂŒr Deutschland, betonte Branson: "Wir haben in Deutschland die Tendenz, zusĂ€tzliche KomplexitĂ€t zu schaffen. Gut gemeint ist nicht in jedem Fall gut gemacht. Einige unserer spezifischen deutschen Lösungen brauchen wir eigentlich nicht - oder nicht mehr."

