EU, Libanon

EU will Ausbildungsmission im Libanon starten

29.12.2025 - 02:00:00

Die EuropĂ€ische Union will erstmalig in ihrer Geschichte eine EU-Ausbildungsmission im Libanon durchfĂŒhren.

"Die Mission soll Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen", zitiert die "Welt" hochrangige Diplomaten, die mit den Beratungen in BrĂŒssel vertraut sein sollen. Ziel der Mission seien "Ratschlag, Training und KapazitĂ€tenaufbau", wie es in einem internen Dokument des EuropĂ€ischen AuswĂ€rtigen Dienstes (EAD) heißt. Konkret geht es um die Ausbildung und möglicherweise auch AusrĂŒstung von libanesischen SicherheitskrĂ€ften durch die EuropĂ€er. Neben Soldaten sollen insbesondere Polizisten darin geschult werden, Sicherheit und Ordnung im Land durchzusetzen und die Grenze zwischen dem Libanon und Syrien stĂ€rker zu bewachen.

Dabei sollen die EU-Ausbilder laut EAD-Dokument ausdrĂŒcklich nicht befugt sein, selbst Gewalt anzuwenden, um Sicherheit im Libanon zu gewĂ€hren. Es handelt sich demnach um eine sogenannte nicht-exekutive Mission (`non executive mission`), deren Ziel weder eine Überwachung des Waffenstillstandes zwischen Israel und dem Libanon noch die Entwaffnung der terroristischen Hisbollah-Miliz im Land sein wird. Das EAD-Dokument mit dem Titel "Auf dem Weg zu einem verstĂ€rkten Engagement der EU in Sicherheits- und Verteidigungsfragen im Libanon (Towards an enhanced EU security and defense engagement in Lebanon)" wurde laut der "Welt" erstmals Mitte Dezember von den zustĂ€ndigen EU-Botschaftern im sogenannten Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK) in BrĂŒssel intern beraten. Laut Vereinbarung der PSK-Botschafter sollen bereits im Januar EU-Experten in den Libanon reisen, um die Lage vor Ort zu analysieren (`fact finding mission`) und Erkenntnisse ĂŒber die spezifischen Anforderungen an die geplante Mission zu gewinnen. Dabei geht es auch um die Frage, wo genau die Ausbildungsmission stattfinden könnte. Die EU-Ausbilder sollen nach dem Willen der EuropĂ€er der UN-Friedenstruppe im SĂŒden des Libanon ((UNIFIL) nachfolgen, deren Mandat am 31. Dezember 2026 auslĂ€uft und nicht mehr verlĂ€ngert werden wird. An der sogenannten Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon waren zeitweilig bis zu 15.000 Soldaten beteiligt. Sie sollen den Frieden im SĂŒdlibanon ĂŒberwachen und laut UN-Resolution 1701 dafĂŒr sorgen, dass sĂŒdlich des Flusses Litani außer den Blauhelmsoldaten und dem libanesischen MilitĂ€r keine bewaffneten Einheiten agieren dĂŒrfen. Die UN-Soldaten wurden in der Vergangenheit hĂ€ufiger von israelischen StreitkrĂ€ften beschossen, zuletzt am 25. November dieses Jahres. EU-Diplomaten sagten der "Welt", es handele sich bei der neuen EU-Ausbildungsmission "ausdrĂŒcklich nicht um eine Nachfolgemission von UNIFIL". Die Mission habe ein anderes Ziel und wĂ€re viel kleiner angelegt. "Wir brauchen eine realistische Erwartungshaltung. Wir mĂŒssen realistisch bleiben dabei, was wir leisten können", hieß es weiter in europĂ€ischen Diplomatenkreisen.

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