EU will Ausbildungsmission im Libanon starten
29.12.2025 - 02:00:00Dabei sollen die EU-Ausbilder laut EAD-Dokument ausdrĂŒcklich nicht befugt sein, selbst Gewalt anzuwenden, um Sicherheit im Libanon zu gewĂ€hren. Es handelt sich demnach um eine sogenannte nicht-exekutive Mission (`non executive mission`), deren Ziel weder eine Ăberwachung des Waffenstillstandes zwischen Israel und dem Libanon noch die Entwaffnung der terroristischen Hisbollah-Miliz im Land sein wird. Das EAD-Dokument mit dem Titel "Auf dem Weg zu einem verstĂ€rkten Engagement der EU in Sicherheits- und Verteidigungsfragen im Libanon (Towards an enhanced EU security and defense engagement in Lebanon)" wurde laut der "Welt" erstmals Mitte Dezember von den zustĂ€ndigen EU-Botschaftern im sogenannten Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK) in BrĂŒssel intern beraten. Laut Vereinbarung der PSK-Botschafter sollen bereits im Januar EU-Experten in den Libanon reisen, um die Lage vor Ort zu analysieren (`fact finding mission`) und Erkenntnisse ĂŒber die spezifischen Anforderungen an die geplante Mission zu gewinnen. Dabei geht es auch um die Frage, wo genau die Ausbildungsmission stattfinden könnte. Die EU-Ausbilder sollen nach dem Willen der EuropĂ€er der UN-Friedenstruppe im SĂŒden des Libanon ((UNIFIL) nachfolgen, deren Mandat am 31. Dezember 2026 auslĂ€uft und nicht mehr verlĂ€ngert werden wird. An der sogenannten Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon waren zeitweilig bis zu 15.000 Soldaten beteiligt. Sie sollen den Frieden im SĂŒdlibanon ĂŒberwachen und laut UN-Resolution 1701 dafĂŒr sorgen, dass sĂŒdlich des Flusses Litani auĂer den Blauhelmsoldaten und dem libanesischen MilitĂ€r keine bewaffneten Einheiten agieren dĂŒrfen. Die UN-Soldaten wurden in der Vergangenheit hĂ€ufiger von israelischen StreitkrĂ€ften beschossen, zuletzt am 25. November dieses Jahres. EU-Diplomaten sagten der "Welt", es handele sich bei der neuen EU-Ausbildungsmission "ausdrĂŒcklich nicht um eine Nachfolgemission von UNIFIL". Die Mission habe ein anderes Ziel und wĂ€re viel kleiner angelegt. "Wir brauchen eine realistische Erwartungshaltung. Wir mĂŒssen realistisch bleiben dabei, was wir leisten können", hieĂ es weiter in europĂ€ischen Diplomatenkreisen.


