ESA-Generaldirektor, Deutschland

ESA-Generaldirektor: Deutschland hat viel zu verlieren

17.12.2023 - 15:59:40

Die EuropÀische Weltraumorganisation (ESA) warnt einem Zeitungsbericht zufolge vor einem Bedeutungsverlust Deutschlands bei der Raumfahrt.

"Andere LĂ€nder erhöhen ihre BeitrĂ€ge zur ESA stĂ€rker als Deutschland", sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher der "Welt am Sonntag". "Deutschland hat bei der letzten Ministerratskonferenz 2022 die BeitrĂ€ge um 6 Prozent gegenĂŒber 2019 gesteigert. Frankreich um 24 Prozent, Italien um 36 Prozent."

Das sei nicht zu unterschĂ€tzen, weil dadurch langfristig KapazitĂ€ten aufgebaut werden könnten, gab Aschbacher zu bedenken. "Andere LĂ€nder holen nach oder holen auf. Das muss Deutschland sehr ernst nehmen, weil zu viel zu verlieren ist." Es dĂŒrfe keine Kluft zwischen Deutschland und den anderen LĂ€ndern entstehen. "Sonst könnte die deutsche Industrie abwandern, entweder ĂŒber den Rhein oder ĂŒber die Alpen oder auch außerhalb Europas", sagte der Generaldirektor.

"Deutschland ist eine starke Weltraummacht, hat sehr hohe KapazitĂ€ten, die Industrie ist einzigartig." Der Industrie könne er nur Komplimente aussprechen. Nach Aschbachers Worten sind die USA seit Dekaden die erste Weltraummacht. "China hat KapazitĂ€ten, die grĂ¶ĂŸer als die in Europa sind, ist daher die Nummer zwei. Dann kommen Europa und Indien. Europa dĂŒrfe nicht den Anschluss verlieren.

Der private Sektor engagiere sich stĂ€rker und stĂ€rker. "In Europa hatten wir im vergangenen Jahr 66 Prozent mehr privates Geld fĂŒr Weltraumprojekte im Vergleich zum Vorjahr." Aschbacher zufolge ist aber der öffentliche Sektor nach wie vor der wichtigste.

@ dpa.de