EZB hÀlt Leitzinsen konstant
05.02.2026 - 14:18:59Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) tastet die Leitzinsen auch im neuen Jahr zunĂ€chst nicht an. Der fĂŒr Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte.Â
Seit nunmehr fĂŒnf Sitzungen in Folge hat der EZB-Rat die Leitzinsen unverĂ€ndert gelassen. Bis Juni hatte es eine Serie von Senkungen gegeben: Noch im FrĂŒhjahr 2024 lag der Einlagenzins, den Banken erhalten, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, doppelt so hoch bei 4,0 Prozent.Â
Inflation im Griff
Die EZB hat gute GrĂŒnde abzuwarten. Die Inflation, die nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine 2022 nach oben geschnellt war, ist eingedĂ€mmt. Und der Wirtschaft tun niedrigere Leitzinsen gut: Kredite fĂŒr Firmen und Verbraucher werden tendenziell gĂŒnstiger, was bei gröĂeren Anschaffungen helfen und das Wachstum anschieben kann.Â
Im Januar ging die Teuerungsrate im Euroraum weiter zurĂŒck und erreichte einer ersten Eurostat-SchĂ€tzung zufolge mit 1,7 Prozent den tiefsten Stand seit September 2024. Die EZB strebt stabile Preise fĂŒr den WĂ€hrungsraum bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation an. Auch die Konjunktur in der Eurozone hĂ€lt sich trotz des Zollstreits mit den USA robust, sodass es vorerst keinen Druck fĂŒr die EZB gibt, die Wirtschaft mit weiteren Zinssenkungen zu stĂŒtzen.Â
Etwas mehr Zinsen fĂŒr Sparer
Von der verlĂ€ngerten Zinspause und gestiegenen Kapitalmarktzinsen profitieren Sparer etwas, wie eine Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt (Stand 2.2.2026). Demnach stiegen die Zinsen bei Festgeld mit zehn Jahren Laufzeit auf im Schnitt 2,49 Prozent. Das ist ein Viertelprozent mehr als vor einem Jahr. Auch beim Tagesgeld bekommen Sparer etwas bessere Konditionen. In den ersten Wochen des Jahres seien die Sparzinsen ĂŒber alle Laufzeiten gestiegen.
Das Ratgeberportal «Finanztip» berichtet ebenfalls ĂŒber verbesserte Konditionen fĂŒr Tagesgeld: 2,92 Prozent Zinsen seien im besten Fall fĂŒr die kommenden sechs Monate fĂŒr Sparerinnen und Sparer drin, kurzfristig sogar 3,2 Prozent. Mit solchen Angeboten wollen Anbieter im hart umkĂ€mpften deutschen Markt neue Kundschaft locken. Experten raten jedoch, vor allem darauf zu achten, ob das Geld bei der jeweiligen Bank wirklich sicher ist.
Neues Problem: Trumps Politik schwĂ€cht DollarÂ
FĂŒr Handlungsdruck bei der EZB könnte das Erstarken des Euro sorgen, der jĂŒngst zeitweise die Marke von 1,20 Dollar ĂŒbersprang - erstmals seit 2021. Mit der unberechenbaren Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump hat das Vertrauen in den Dollar an den FinanzmĂ€rkten gelitten, was den Dollar-Kurs sinken und den Euro aufwerten lĂ€sst.
Die Aufwertung des Euro belastet Europas Exporteure, nicht zuletzt deutsche Firmen, da ihre Waren auf den WeltmĂ€rkten teurer werden. Zugleich verbilligt der starke Euro Importe, die in Dollar gehandelt werden. Das dĂ€mpft die Inflation, die 2026 das mittelfristige EZB-Ziel von 2,0 Prozent ohnehin leicht unterschreiten könnte. Manche Notenbanker wie das österreichische EZB-Ratsmitglied Martin Kocher sehen bei einem weiteren Aufwerten des Euro Handlungsdruck fĂŒr eine Zinssenkung. EZB-VizeprĂ€sident Luis de Guindos hatte einen Euro-Kurs von 1,20 zum Dollar als kritische Marke dargestellt.
EZB sieht sich bislang in komfortabler Lage
Zuletzt sah sich die EZB in einer «komfortablen» Situation, wie PrÀsidentin Christine Lagarde wiederholt betonte. Dies gilt als Hinweis, dass die Leitzinsen vorerst stabil bleiben. Die EZB will zu stark steigende Preise vermeiden, aber auch dauerhaft sinkende Preise: Rechnen Verbraucher und Unternehmen mit NachlÀssen, könnten sie Anschaffungen verschieben, was die Wirtschaft bremst.







